Tödlicher Elektroschock

Seit 10.5. ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Frankfurter Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt mit Todesfolge. Die Beamten hatten bei einem Einsatz gegen einen Diabetiker, der zwangsweise in die Psychiatrie verbracht werden sollte, den sog. „Taser“ eingesetzt, ein Elektroschockgerät zum Elektroschocken auf Distanz. Weniger Tage später starb der Mann. Siehe Bericht im Hessischer Rundfunk
und die WELT hier.


In Hamburg starb wieder ein Mann nach einer Zwangsfixierung

6.5. Es ist der bereits zweite Todesfall in Hamburg nach einer Zwangsfixierung innerhalb weniger Tage. Ein 27-Jähriger hatte einen Herz- und Atemstillstand erlitten und verstarb auf der Intensivstation des Universitätskrankenhauses Eppendorf (UKE). Dieses gibt an, dass es auch in der Vergangenheit schon Ermittlungen gegen Personal gab, siehe Berichterstattung in der WELT und in Web.de.

Erst am Ostersonntag, 21.4. hatte der aus Kamerun stammende 34-Jährige Tonou-Mbobda das Bewusstsein verloren und war wenige Tage später verstorben, nachdem er von Sicherheitsmitarbeitern des UKE mit Gewalt zurück auf die Station gebracht werden sollte und der Mann dafür fixiert worden war. Im Zuge der Aufarbeitung dieses Todes hat der Senat bestätigt, dass unabhängig vom aktuellen Fall bereits in vier Fällen gegen das Sicherheitspersonal des Klinikums ermittelt wurde.

Für Samstag, den 25. Mai ist um 12 Uhr eine Demonstration und Kundgebung vor dem Klinikum geplant. Weitere Infos siehe den Aufruf der Black Community Hamburg hier.
Ein Facebook Eintrag dazu hier.


Bilder von diesjährigen T4 Umzug am Day of Remembrance and Resistance in Berlin sind hier veröffentlicht.

Mordkommission ermittelt in HH Psychiatrie

In der Psychiatrie des Universitätsklinikum in Hamburg sollte am 21.5. der 34-jährige Kameruner William Tonou-Mbobda eingesperrt werden und mit Gewalt Drogen verabreicht bekommen. Die Pfleger-Schläger bzw. der sog. „Sicherheitsdienst“ geht dabei so gewalttätig vor, fixiert ihn so brutal, dass er ohnmächtig wird und 5 Tage danach am 26.5. verstirbt.
Die Umstände des Todes werden nun von einer Mordkommission ermittelt.
In der Presse wurde ausführlich berichtet, davon eine Auswahl:
Zeit, siehe hier   – Spiegel, siehe hier
Taz, siehe hier   – Morgenpost, siehe hier und siehe hier
NDR, Panorama 3, siehe hier.

Aufruf zum T4 Umzug 2019

Wir sammeln uns zum seit 1995 zum 25. mal jährlich stattfindende T4 Umzug am „Day of Remembrance and Resistance“ am Donnerstag 2. Mai 2019 um 14 Uhr an der T4 Gedenkplatte, Tiergartenstr. 4, in Berlin gegenüber dem Eingang der Philharmonie.
Wir werden vor die Geschäftsstelle der Psychiater-Gesellschaft DGPPN in der Reinhardtstraße 27 B ziehen, um dort gegen 15.20 Uhr die Abschlusskundgebung zu machen.
Das Motto des Umzugs ist: Psychiater – staatlich geschützte Verbrecher
Der besondere Anlass ist die Verlogenheit der DGPPN, mit der sie ihre Bringschuld ignoriert, siehe: hier

Anhörung im Bundestag zur Fixierung

Das Gesetzgebungsverfahren zur Fixierung geht weiter: Am Mittwoch, den 8. Mai 2019, ist um 17:00 Uhr die Öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestag angesetzt. Um sich anzusehen, was dabei von sog. „Sachverständigen“ gesagt wird, muss man sich rechtzeitig anmelden, siehe alle Details hier.

Die-BPE hat inzwischen alle Bundestagsabgeordneten in den Ausschüssen Recht, Gesundheit, Familie und Menschenrechte angeschrieben, wir zitieren als Beispiel aus dem Brief an die Mitglieder des Rechtsausschusses:

Wir schreiben Ihnen als Mitglied des Rechtsausschusses. Wir bitten Sie,
das Folter-„Gesetz zur Stärkung der Rechte von Betroffenen bei  Fixierungen im Rahmen von Freiheitsentziehungen“ zu verhindern!

Selten wurde der Titel eines Gesetzes so zynisch ins Gegenteil verdreht, wie in diesem Fall.
Obwohl vom Bundesverfassungsgericht endlich erkannt wurde, dass es seit Bestehen der BRD nie eine grund- und menschenrechtskonforme Möglichkeit gab, die schwere Misshandlung einer Fixierung gegen den Willen erdulden zu müssen, soll nun diese Foltermaßnahme gesetzlich als eine „Stärkung der Rechte“ von Betroffenen legalisiert werden. Zusammen mit der psychiatrischen Zwangsbehandlung ist die erzwungene totale Bewegungsunfähigkeit durch sog. „Fixierung“ die schlimmste Strafe vor der Todesstrafe. Sie entwürdigt, weil der Wille eines lebendigen Menschen total negiert wird, dessen Körper auf der Behandlungsbank von Medizinern vergewaltigt wird, als sei er ein Stück Fleisch.
Es ist der Akt der Demonstration totaler Herrschaft über einen Menschen.
Es ist eine Foltermaßnahme.

Das Bundesverfassungsgericht hat Unrecht, wenn es vortäuscht, so eine Entmenschlichung könnte durch einen sog. „Richtervorbehalt“ legalisiert werden. Foltermaßnahmen, sowie jede Form einer grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder Strafe können weder durch einen Gesetzgeber, noch RichterInnen und/oder ArztInnen oder sonstige vorgeblich wohlmeinende „Betreuungs“spezialisten legalisiert werden, auch nicht in irgendeiner Kombination davon. Reaktionär soll mit dem vorliegenden Gesetzentwurf nun trotzdem die gewohnte Misshandlungs-Praxis fortgeführt werden:
Statt Menschenrechte zu achten, wird nur eine gerichtliche Bürokratie aufgeblasen….

…Die übliche Ausrede, es handele sich angeblich immer nur um „Ultima Ratio“, Fixierung solle nur nachrangig ausgeübt werden, wenn sie „unvermeidbar“ sei, ist fadenscheinig, weil dann  kein dem Wesen nach allgemeines Gesetz dafür gemacht werden dürfte, sondern bestehende, allgemeine Nothilfeparagraphen in tatsächlichen Grenzfällen hinreichend wären. Auch das BVerfG hat das z.B. beim Gesetz zum Abschuss eines Flugzeugs verstanden und eine Gesetzgebung untersagt.
Diese „Ultima Ratio“ Ausrede beweist nur einen Willen zur Misshandlung, wenn Sie die beiliegende Veröffentlichung von Dr. Martin Zinkler mit dem Titel: „Auf Fixierungen kann in der klinischen Praxis verzichtet werden – ohne dass auf Zwangsmedikation oder Isolierungen zurückgegriffen wird“ * beachten. Dr. Zinkler ist Chefarzt der psychiatrischen Klinik in Heidenheim, die für die Pflichtversorgung des Landkreises mit 130.000 Einwohnern zuständig ist. Dr. Zinkler demonstriert, dass es mit einem geringen Mehraufwand sehr wohl ohne Fixierungen gehen würde. Es gibt also keine Rationalisierung, Fixierung sei nun mal unvermeidbar und deshalb notwendig; sie sei vom Gesetzgeber zu normieren. Das ist falsch….
* Martin Zinkler & Michael Waibel, Zeitschrift Psychiatrische Praxis, 46/2019

Die große Ahnungslosigkeit

Das als solidest geglaubte psychiatrisch-neurologische „Wissen“ über ein vermeintliches Leib-Seele Korrelat hat sich durch die sog. „Nun Study“ (Nonnenstudie) als reines Wortgestöber erwiesen. Denn wenn eines als unbezweifelbares Hirn-Korrelat von zunehmender Vergesslichkeit im Alter und als angebliche „Krankheit Alzheimer“ identifiziert galt, dann war das die Plaque im Gehirn von Verstorbenen, deren Gehirn untersucht wurde. Aber das Gegenteil ist der Fall: „Ein auffälliges Ergebnis war die Unabhängigkeit des pathologischen Gehirnbefunds (multiple Alzheimer-Plaques) von der wiederholt erhobenen intellektuellen Leistungsfähigkeit derselben Personen zu Lebzeiten. Das heißt: Auch Personen, bei denen bei der Sektion stark veränderte Gehirnbefunde festgestellt wurden, konnten bis zu ihrem Tod geistig anspruchsvolle Aufgaben ausführen“, wie der tatsächliche Befund in Wikipedia kurz und bündig zusammengefasst wird.
Auch der stärkste Verbündete der Psychiatrie, die Pharmaindustrie, hat das inzwischen erkannt, das Stochern im Nebel aufgegeben und alle weitere Forschung an Drogen gegen Alzheimer eingestellt.
Das ist der augenfällige Beweis des Scheiterns psychiatrischen „Schein-Wissens“, eben dass es tatsächlich nur eine vom Mainstream geglaubte Täuschung ist. Die Frankfurter Allgemeine berichtete davon am 29.3.2019.

Diese Absage wegen Aussichtslosigkeit trifft nun den Kernbereich psychiatrischer Dogmatik seit 2013 Psychopharmaka-Forschungsgelder mangels Erfolgsaussichten gestrichen wurden, weil die Grundlagenforschung gezeigt hatte, dass grundsätzliche psychiatrische Annahmen falsch bzw. hinfällig sind. Thomas Insel, der Direktor des National Institut für Mental Health (NIHM in USA), hatte am 29.4.2013 in einer NIMH-Veröffentlichung endlich eingestanden, dass aller psychiatrischer Diagnonsens bisher keine Validität hatte!


Filmhinweis:
Noch bis 1.5. ist in der ARTE Mediathek Todesursache: Unbekannt hier abzurufen.
Seit Jahren hatte die Schwester der Regisseurin Anniken Hoel an psychischen Problemen gelitten. Sie war von zahllosen Ärzten untersucht und immer wieder in Kliniken eingewiesen worden. Ihr Tod im Jahr 2005, mit erst 34 Jahren, kam dennoch überraschend – und wurde nie aufgeklärt. Investigativer Film einer Autorin, die ihre Schwester durch Psychopharmaka verloren hat und in dem die gewinnorientierten Hintergründe der Zulassung dieser Drogen ausgeleuchtet werden.

Menschenrechtswidriger, nicht zu rechtfertigender Gesetzentwurf im Bundesrat

Mit der Entscheidung vom 24.7.2018 versuchte das Bundesverfassungsgericht den Tiger menschenrechtsverachtender Fixierung zu reiten, siehe hier.
Das Bundesjustizministerium (BJVM) versucht aufzuspringen und hat der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener (die-BPE) am 25.2. mit nur 4 Tagen Frist einen Gesetzentwurf zur Stellungnahme vorgelegt. Die-BPE hat trotz dieser extrem kurzen Frist eine ausführliche 6 seitige Stellungnahme auf menschenrechtlicher Grundlage vorgelegt, siehe hier: die-BPE_Stellungnahme_Fixierung
Zitate daraus [Farbe rot hinzugefügt]:

„Den hierzu vorliegenden Referentenentwurf lehnen wir vollumfänglich ab..“
„…Zur Wahrung grundlegender Menschenrechte und insbesondere der Menschenwürde, untersagen diese Abkommen übereinstimmend die Durchführung von grausamen, unmenschlichen und entwürdigenden Maßnahmen und Folterhandlungen (Art. 5 UDHR, Art. 7 ICCPR, Art. 15 CRPD, Art. 37 CRC). Dieses Verbot gilt absolut (Art. 4 ICCPR).“
„Dass es sich bei einer sog. Fixierung um eine Misshandlung und Foltermaßnahme handelt, haben mehrere Organe der Vereinten Nationen, die mit einer Funktion zur Kontrolle und Einhaltung von Menschenrechten betraut sind, festgestellt oder bestätigt.“…
Fazit: „Wir fordern den Gesetzgeber stattdessen auf, „Fixierungen“ als Folterhandlungen zu benennen und anzuerkennen. Wir fordern den Gesetzgeber weiterhin auf, absolut garantierte Menschenrechte vollumfassend einzuhalten und staatliche Menschenrechtsverbrechen  einzustellen.
Ferner fordern wir das Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz auf, einen Gesetzesentwurf zu erarbeiten und vorzulegen, welcher die Anordnung, Durchführung oder Billigung von „Fixierungen“ in allen Geltungsbereichen strafbewehrt untersagt. Das Verbot muss unabhängig von einer zeitlichen Dauer gelten. Vorzusehen ist auch eine Entschädigung der bislang Betroffenen.
Sollte die Bundesrepublik Deutschland weiterhin nicht gewillt sein, die Umsetzung der in der Behindertenrechtskonventionen garantierten absoluten Menschenrechte zu verfolgen, fordern wir den Vertragsstaat auf, sich international offen zu seinen praktizierten  Menschenrechtsverletzungen als Unrechtsstaat zu bekennen und nach Art. 48 CRPD1 aus dem Abkommen auszuscheiden.“ Quelle siehe: die-BPE_Stellungnahme_Fixierung

Das BMJV hat entgegen der sonst praktizierten Transparenz keine der angefragten Stellungnahmen veröffentlicht, sondern den Entwurf zynisch als einem Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Rechte von Betroffenen bei Fixierungen im Rahmen von Freiheitsentziehungen benannt und – typisch für ein Blitzverfahren – unverändert dem Bundeskabinett vorgelegt. Die Bundesregierung hat am 20.3. diesen Entwurf verabschiedet. Am Tag darauf war er schon im Bundesrat gelandet, siehe hier.

All dies geschieht, obwohl von Martin Zinkler & Michael Waibel Anfang 2019 in der Zeitschrift Psychiatrische Praxis, 46 in den Seiten S6–S10 des Supplement 1 diese wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht wurde:
Auf Fixierungen kann in der klinischen Praxis verzichtet werden – ohne dass auf Zwangsmedikation oder Isolierungen zurückgegriffen wird. siehe hier.
Zitate daraus:

„Ziel der Arbeit ist nun die vollständige Vermeidung von Fixierungen, ohne auf andere Zwangsmaßnahmen zurückzugreifen, so wie es von Psychiatrieerfahrenen gefordert wird.“…
„Grundsätzlich wird sich diese Situation dann ändern, wenn die Psychiatrie den Vorgaben der Organe der Vereinten Nationen folgend zu einem nichtdiskriminierenden und ausschließlich unterstützenden System wird. Vorbild dafür könnte das deutsche Suchthilfesystem werden, in dem Zwangsmaßnahmen außer in Extremsituationen kaum mehr eine Rolle spielen.
Im Suchthilfesystem führt die Bereitschaft des Betroffenen, sich helfen zu lassen, zu rascher Unterstützung bei einer Beratungsstelle und entsprechender Behandlung; die Ablehnung von Hilfe wird ebenso akzeptiert.
In fortschrittlichen Suchthilfesystemen sind Streetworker aktiv und aufsuchend tätig dort, wo Unterstützung gebraucht wird, und respektieren gleichzeitig die Selbstbestimmung ihrer Klienten auch in lebensgefährlichen Situationen und bei höchst gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen. Es gibt überall und jederzeit niedrigschwellige Hilfsangebote, die nicht in Zwangseinweisungen münden. Mit der jährlichen Erfassung der Drogentoten werden wir immer wieder an die Unzulänglichkeit des Hilfssystems erinnert. Und doch akzeptieren wir beim Zählen der Drogentoten, dass Freiheit nicht nur ein hohes Gut ist, sondern auch einen hohen Preis hat.
Fazit: KONSEQUENZEN FÜR KLINIK UND PRAXIS
1. Mit offenen Stationen und mit einem Verzicht auf Zwangsbehandlungen und Isolierungen bleiben noch Fixierungen als einschneidende und menschenrechtlich zu kritisierende Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie.
2. Solche Fixierungen könnten wahrscheinlich durch 2:1 oder 3:1-Betreuungen ersetzt werden.
3. Der Personalbedarf dafür ist quantifizierbar und bleibt im Verhältnis zum Klinikgesamtbudget überschaubar.“

Damit ist nachvollziehbar nachgewiesen, dass es (zumindest in der Psychiatrie) keinerlei rechtfertigende „Notwendigkeit“ für solche Zwangsmaßnahmen gibt! Also sind Fixierungen nur nicht zu legitimierender staatlicher Terror.
Bitte die lokalen Bundestags/Europa-Abgeordneten darauf ansprechen und deren Wählbarkeit von einer Stellungnahme gegen eine solche Gesetzgebung abhängig machen.

Menschen als psychiatrische Pharma-Versuchskarnickel

Im ZDF wurde über einen brutalen Pharmaskandal berichtet, der nur halbherzig aufgearbeitet wird und der sich so womöglich jederzeit wiederholen könnte:
Siehe die Videos vom 26. in Frontal21 hier,
und am 27.3. ausführlich hier.

Versuch die Ausstrahlung zu verhindern gescheitert

Am Montagabend haben 1,55 Millionen der 14- bis 49-Jährigen in RTL von 20.15 – 22.30 Uhr

Team Wallraff undercover in Psychiatrien und Jugendhilfe

gesehen. Inklusive der über-50-Jährigen sahen die Folge insgesamt 2,74 Millionen!

Leider wurde wie immer eine „bessere Psychiatrie“ beschworen, ein „guter“ Psychiater kommentiert, ohne dass der Schritt gemacht wurde, die Struktur der Zwangspsychiatrie aufzudecken, dass das Einsperren der Anfang allen Übels ist.

„Die Recherchen mit verdeckter Kamera sorgten für Unruhe. Im Vorfeld habe es so viele juristische Androhungen gegeben wie nie zuvor. “Wir haben bis kurz vor der Sendung fast 30 juristische Eingaben erhalten”, erklärt Rechtsanwältin Eva Pipke auf Nachfrage. “Es handelt sich dabei auch um zahlreiche Abmahnungen gegenüber der für die Sendung zuständigen Produktionsfirma infoNetwork GmbH und den einzelnen Undercover-Redakteuren….”
“Aufgrund der enormen Missstände, die wir aufgedeckt haben, hatten wir uns dafür entschieden, trotz des Gegenwindes zu veröffentlichen”, erläutert Pipke. Sie betont: “Wir sind froh, denen eine Stimme verliehen zu haben, denen lange Zeit keiner zugehört hat und zwar Patienten und Mitarbeitern.” Wallraff hatte bereits vor der Ausstrahlung in einem Video-Statement mitgeteilt: “Wir senden jetzt erst recht.”
Zitiert aus Media.de

Das Medienecho auf diese Sendung:

  • Focus Online gibt in Worten wieder, was an Misshandlungen zu sehen war, siehe hier.
  • Weitere Presseberichte in: Der Westen, siehe hier.
  • Tagesspiegel – Wallraff setzt Berliner Vivantes-Konzern unter Druck – Berlins landeseigene Klinikkette versuchte nach Tagesspiegel-Informationen, rechtlich gegen die Ausstrahlung der Sendung vorzugehen, siehe hier.
  • Berliner Morgenpost – RTL dokumentiert schlimme Zustände in Berliner Psychiatrie, siehe hier.
  • Spiegel OnlineUndercover in der psychiatrischen Steinzeit, siehe hier.
  • Stern –  Eingesperrt in der Gummizelle: Undercover-Reporter zeigen untragbare Zustände in Psychiatrien, siehe hier.
  • Bild hatte die Schlagzeile: Horrende Zustände in Psycho-Kliniken – „Wallraff“-Ausstrahlung sollte verhindert werden, siehe hier.
  • Frankfurter Neue Presse, siehe hier.

RA Dr. David Schneider-Addae-Mensah wird am Ende der Sendung zu krassem Unrecht in der Forensik interviewt, und wie er seinen Mandanten frei bekam. Das Interview usw. ist in Youtube oben oder hier zu sehen: https://youtu.be/KHr7kTgOs5I

In 4 Kapiteln ist der erste Teil der Dokumentation (ca 80 Minuten) der Produktion hier in der Mediatek zu sehen.

Nach der Auswertung unserer Umfrage 2018 bei Chefärztinnen und Chefärzten in der BRD war klar: Psychiatrie – merkbefreit und lernresistent    

Übrigens:
Der frühere Chefarzt in Zschadraß hat was von Gert Postel und uns gelernt, Zitat:
Das Psychiatriegesetz stellt eine Stigmatisierung und Entrechtung psychisch Kranker dar – warnt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bezirkstagsfraktion Dr. Horst Krömker, Zitat von hier.

Die Gier der Zwangspsychiatrie

Dem Drängen der Berufsbetreuer, mehr Geld zu bekommen, will die GroKo nachkommen. Die-BPE wurde zu dem entsprechenden Gesetzentwurf um eine Stellungnahme gebeten. Sie hat die Gelegenheit genutzt zu fordern, in dem geplanten Gesetz im Sinne des Beschlusses der JuMiKo Folgendes im Abschnitt 3 des Gesetzentwurfs zu löschen:

§ 4
(3) Verfügt der Betreuer über besondere Kenntnisse, die für die Führung der Betreuung nutzbar sind, so richtet sich die Vergütung
1. nach Vergütungstabelle B, wenn diese Kenntnisse durch eine abgeschlossene Lehre oder eine vergleichbare abgeschlossene Ausbildung erworben sind;
2. nach Vergütungstabelle C, wenn diese Kenntnisse durch eine abgeschlossene Ausbildung an einer Hochschule oder durch eine vergleichbare abgeschlossene Ausbildung erworben sind.

Dann könnten Berufsbetreuer endlich verstehen, dass auch jede schleichende bzw. vorbereitende Einführung einer Berufsbetreuer-Qualifizierung durch die Bezahlungs-Hintertür unmöglich geworden ist, weil es um grundsätzlich gewaltfrei zu erlangtes Vertrauen und eben nicht um berufliche Qualifizierung geht. Berufliche Qualifizierung ist genauso unsinnig, wie wenn für eine Heirat ein Heiratsqualifizierungsschein verlangt würde.

Auch wenn diese ausbildungsabhängige Vergütung im derzeit geltenden Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz vom 21. April 2005  schon so enthalten ist, wäre es ein Fortschritt diese Vergütungsstaffelung zu beseitigen. Dadurch würde unterstrichen, was die JuMiKo so klar und deutlich als wesentlich für Betreuung benannt hat: es steht im Widerspruch zu dem gesetzlichen Leitbild der (ehrenamtlichen) Betreuung, wenn durch Kenntnisse der Berufsbetreuer in verschiedenen Rechtsgebieten außerhalb des Betreuungsrechts, im Bereich der Vermögensverwaltung und Privatinsolvenz und der Medizin eine Hierarchisierung von Betreuenden geschaffen würde.
Das Bundesjustizministerium hat diese Stellungnahme hier veröffentlicht.


Alles Placebo

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete am 23.2., wie wirksam der Glauben an die Vodoo-Künste der Ärzte ist. Bei dem besonderen Machtgefälle und der nötigenden Gewalt in der Psychiatrie muss man vermuten, dass nur dieses „Glauben machen“ wirkt. Siehe Bericht hier.


Manipulationsverdacht bei deutschlandweiter Psychiatrie-Studie

Die Zwangspsychiatrie kann den Hals nicht voll genug bekommen:
Hat sie sich bisher darauf verlassen können, dass „Wissenschaft“ all ihre Forderungen bestätigt, ist nun deren Gier offenbar so übermächtig geworden, dass eine „wissenschaftliche“ Untersuchung gefälscht wurde – zumindest wird von einem entsprechenden Betrugsverdacht in Spektrum der Wissenschaft prominent berichtet, siehe hier.

Lippenbekenntnisse von Prof. Pollmächer?

Der neue President Elect der DGPPN ist Prof. Thomas Pollmächer. Zusammen mit Prof. Andreas Heinz als derzeitigem Präsident und dem Past President Arno Deister bilden sie das Präsidenten-Trio der DGPPN.
Prof. Pollmächer hat in der neuen Ausgabe von Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie den Artikel: Zur Legitimität fremdnützigen Handelns in der Medizin und speziell in der Psychiatrie veröffentlicht, siehe: https://doi.org/10.1007/s11757-018-00517-0
Aus diesem Artikel zitieren wir die markantesten Stellen, die belegen, dass nun das ganze Präsidenten-Trio öffentlich die Meinung vertritt, die Prof. Heinz mit Unterstützung von Prof. Deister im Rechtsausschuss des Bundestags zum Besten gegeben hat:  Wenn man alles ablehnt, muss man ein Recht haben, nicht in eine psychiatrische Klinik zu kommen.
(Seite 13 im Wortprotokoll, das hier als PDF vom Bundestag veröffentlicht wurde):

…“Aus ärztlicher und medizinethischer Sicht ist die Unterbringung in einem Krankenhaus aber nur dann zu rechtfertigen und dem Betreffenden zuzumuten, wenn dort auch eine Behandlung stattfinden kann. Ist dies faktisch oder rechtlich nicht möglich, bleibt der aufnehmenden Einrichtung – hier dem Krankenhaus – nur ein Vollzug der Sicherungsmaßnahmen und deren Überwachung.“…

…“Ist aber eine Behandlung faktisch oder rechtlich unmöglich, dann sind der Aufenthalt eines Patienten in einem Krankenhaus und eine
Freiheitsentziehung unter ärztlicher Aufsicht schlicht sinnlos und mit den ethischen Grundlagen medizinischen Handelns nicht vereinbar. Dem Verfasser erscheint eine solche Krankenhausunterbringung auch mit der UN-Behindertenrechtskonvention unvereinbar, welche in Art. 14 eine Freiheitsentziehung aufgrund einer Behinderung (und damit auch aufgrund einer psychischen Erkrankung) untersagt.“…

„Die Umsetzung dieser Überlegungen in die rechtliche und faktische Praxis würde dazu führen, dass nur noch solche Patienten in einem Krankenhaus untergebracht würden, die einer dortigen Unterbringung und Behandlung freiwillig zustimmen, oder, falls diese Patienten bezüglich einer Behandlung nicht selbstbestimmungsfähig sind, deren vorausverfügter oder mutmaßlicher Wille einer Behandlung nicht entgegensteht. Andere Patienten könnten hingegen nicht in ärztlich geleiteten Einrichtungen untergebracht werden, obwohl sie psychisch krank und aufgrund dieser Erkrankung für andere gefährlich wären.“
[Anmerkung WFZ: mutmaßlich will niemand zwangsbehandelt werden, wer es will, müsste es verlautbart haben und dafür müsste es Zeugen geben]

…“Zusammenfassend erscheint die fremdnützige Unterbringung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in psychiatrischen Krankenhäusern gegen ihren Willen problematisch, wenn nicht sogar illegitim, falls dort eine Behandlung nicht durchgeführt werden kann. Dabei ist es unerheblich, ob der freie, vorausverfügte oder mutmaßliche Wille des Betroffenen die Behandlung unmöglich macht, oder aber, ob es Behandlungsmöglichkeiten gar nicht gibt.“…

Wann verkündet endlich die DGPPN, dass sie ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren fordert, bzw. durch eine interne Richtlinie dieses Recht verwirklicht? Bis auf Weiteres können wir nur vermuten, dass es sich nur um heuchlerische Lippenbekentnisse von dem Präsidenten-Trio handelt, weil nur der Chefarzt der Psychiatrie Heidenheim, Dr. Martin Zinkler, in seiner Antwort auf unsere Umfrage bei den Chefärzten  versicherte, dass alle, die psychiatrische Untersuchung, Diagnose und Behandlung, dokumentiert in einer vorher niedergelegten Patientenverfügung – z.B. vom Typ PatVerfü® – ablehnen, in seiner Klinik das Recht haben, diese jederzeit zu verlassen bzw. gegebenenfalls, wenn gar keine Hilfe nachgefragt wird, gar nicht aufgenommen werden.
Der Bericht über diese Umfrage ist hier nachzulesen.