Wir trauern um Thomas Saschenbrecker

In Erinnerung an
Thomas Saschenbrecker

Thomas Saschenbrecker ist 5 Wochen vor seinem 52. Geburtstag am 3.11.2017 in einem Verkehrsunfall auf der Autobahn ums Leben gekommen. Jenseits meiner Trauer und den Tränen bleibt die Erinnerungen an einen Menschen, mit dem ich in über 18 Jahren enger Zusammenarbeit in großer Freundschaft verbunden war.

Auf unsere Kleinanzeige im Herbst 1998 in der NJW „Wegen Waffengleichheit bei psychiatrischen Zwangsmaßnahmen und Betreuungsverfahren – bundesweit konsequente Verteidiger und Spezialanwälte gesucht, Schulung vorgesehen, auch Berufsanfänger willkommen“ hatte er sich gemeldet. Er stimmte der Veröffentlichung seiner Kanzlei in unserer internetöffentlichen Anwaltsliste zu.

Am 5. März 1999 trafen wir uns das erste mal zu einer „Schulung“ im Stuttgarter Ratskeller. Thomas war von Anfang an nicht konservativ rechtsstur, sondern auch mit Phantasie bei der Sache und hatte schon Erfahrungen mit der besonderen Entrechtung in der Psychiatrie gesammelt. Mehr und mehr stellte sich heraus, dass er ein Anwalt war, der von Recht als ehrlichem Versprechen, insbesondere wenn es ein Grundrecht ist, überzeugt war und bereit war, selbst weite Wege in Kauf zu nehmen, um zumindest punktuell so etwas wie „Waffengleichheit“ herzustellen, wenn er früh genug bevollmächtigt worden war. Am 25. Juni 1999 bei der Jahrestagung des BPE, bei der Thomas einen Vortrag hielt, trafen wir uns wieder und dabei sprang der Funke über: Er hatte die juristische Fachzeitschrift FamRZ sorgfältig gelesen und konnte auf mein Klagen: „Wenn wir doch nur vorrangig vor Betreuern von Betroffenen bestellt werden könnten!“, auftrumpfen: „Aber das ist doch jetzt gesetzlich so geregelt; seit dem 1.1.1999 ist auch in dem höchstpersönlichen Rechtsbereich der Gesundheitssorge eine privatautonom errichtete Bevollmächtigung einer Betreuerbestellung durch ein Gericht vorrangig!“
Bingo! „Dann können wir uns ja untereinander bevollmächtigen und des Weiteren festlegen, dass wir nie zwangspsychiatrisch eingesperrt oder behandelt werden dürfen!“ Das war der Knackpunkt der Zwangspsychiatrie. Den Aufsatz der FamRZ hatte Thomas   Lesen Sie mehr »

Die WPA Präsidentin scherzt

Was für ein Witz:
Die neue Präsidentin der World Psychiatric Association (WPA), Helen Herrman,  hat in einem „Präsidenten-Symposium“ am 9. Oktober beim Weltkongress der Psychiatrie ihre Kolleginnen und Kollegen angewiesen:
In den Psychiatrie-Gesetzen muss die Zwangsbehandlung ausgeschlossen werden
Das ist hier dokumentiert.
Alle, die ihr das glauben wollen, sollten sie um einen Beweis dafür bitten, dass sie meint, was sie sagt. Insbesondere bei sich zuhause in Australien könnte sie das ja beweisen. Wenn sie so auf die Probe gestellt diese bestehen sollte, würde uns das selbstverständlich sehr freuen 🙂

Psychiatrie – alles nur Hochstapler!

Wir freuen uns, die Nachricht weiterleiten zu können, dass nun schon zum zweiten Mal dieses Jahr ein Psychiatrie-Arzt als angeblicher „Hochstapler enttarnt“ wurde: Wie immer nur durch Zufall, wie immer nie durch fachliche Mängel, weil es die gar nicht geben kann, wo kein psychiatrisches Wissen existiert!
Nach dem Schirmherren unserer Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener, Gert Postel und
Alexandra Beek siehe hier, hat nun Henry T. in der elektroschockenden Ostfriesischen Ubbo-Emmius Klinik in Norden zum dritten Mal den Beweis angetreten, dass das vorgetäuschte psychiatrische „Wissen“ nur Wortgestöber ist. Er verdiente dabei 15 Monate lang monatlich 4300,- € brutto!  Gestern der Bericht in der Bild-Zeitung und Focus online.

Besonders pikant: diese perfekte „Ex-In“ Kariere von Henry T. vom behandelten „Psychisch Kranken“ zu einem Psychiater 😀
Problemlos kann mal also Psychiater werden; vielleicht kann Henry T. noch mehr Arbeitslosen beibringen, wie man perfekt die dafür nötigen Dokumente herstellt?

Kommentar zum Protest gegen den Berliner WPA Kongress

Weißwasch-Versuch der Mordpsychiatrie misslungen…

…im Gegenteil, es ist sichtbar geworden, wie verbunden die Weltpsychiatrie mit der Mordpsychiatrie ist.

Eine Profession ist schwer verunsichert:

  • Machtverlust: Mit der PatVerfü kann man sich dem gewaltsamen Zugriff der Psychiatrie entziehen. Wenn es bisher auch nur in der BRD möglich ist, so zersetzt es trotzdem die Zwangspsychiatrie grundlegend, weil deren gewähnte absolute Notwendigkeit bzw. Unabdingbarkeit widerlegt ist. Der psychiatrische Gewaltapparat wird hinfällig.
  • Die Psychopharmaka-Forschungsgelder sind mangels Erfolgsaussichten gestrichen, die Grundlagenforschung hat gezeigt, dass grundsätzliche psychiatrische Annahmen falsch bzw. hinfällig sind. Thomas Insel, der Direktor des National Institut für Mental Health (NIHM in USA), hat am 29.4.2013 in einer NIMH-Veröffentlichung endlich eingestanden, das aller psychiatrischer Diagnonsens bisher keine Validität hatte!
  • Das wurde in der sog. „Nun Study“ besonders augenfällig: Sie ist für die psychiatrischen Konstrukte wie eine Kernschmelze – der Gau. Denn wenn eines als unbezweifelbares Hirn-Korrelat von zunehmender Vergesslichkeit im Alter und als angebliche „Krankheit Alzheimer“ identifiziert galt, dann war das die vermeintlich durch Hirnscans sichtbare Plaque im Gehirn. Aber das Gegenteil ist der Fall: „Ein auffälliges Ergebnis war die Abweichung des pathologischen Gehirn-Befunds (multiple Alzheimer-Plaques) von der wiederholt erhobenen psychischen/intellektuellen Leistungsfähigkeit derselben Personen zu Lebzeiten. Das heißt: Auch bei Personen, die bis unmittelbar vor ihrem Tod geistig anspruchsvolle Aufgaben lösen konnten, wurden bei der Sektion stark veränderte Gehirnbefunde festgestellt“, wie der tatsächliche Befund in Wikipedia kurz und bündig zusammengefasst wird. Damit hat sich selbst das als solidest geglaubte psychiatrisch-neurologische „Wissen“ über ein vermeintliches Leib-Seele Korrelat als reines Wortgestöber erwiesen.
  • Der der psychiatrischen Ideologie zugrundeliegende Reduktionismus ist widerlegt  – das ist physikalisch bewiesen, siehe hier!
  • Imageschaden: die UN-Menschenrechtsabteilung hat der Zwangspsychiatrie Folter vorgeworfen. Damit sind Psychiater zurecht als staatlich geschützte Verbrecher zu bezeichnen. Selbst der UN-Sonderberichterstatter on the right of everyone to the enjoyment of the highest attainable standard of physical and mental health, Dainius Pūras, hat in seinem Bericht gefordert, dass die Gewaltausübung in  der Psychiatrie beendet werden muss.
  • Das resultiert in dieser Aussage des Präsidenten der WPA, Dinesh Bhugra: Die Psychiatrie stecke tief in der Klemme. Es würden 10% der medizinischen Studenten gebraucht, aber es sind immer nur 4% und das schon seit langer Zeit. Er beschuldigt „Lehre und klinische Erfahrung“, als die Gründe, warum medizinische Studenten sich entscheiden, nicht in die Psychiatrie gehen. Er sagt, dass sie in  Großbritannien Probleme hätten, Inländer als Psychiater zu finden – darum müssten diese aus anderen Ländern übernommen werden.

Die Psychiatrie ist in ihrer Moral gebrochen,.… Lesen Sie mehr >>
Die Bilddokumention ist hier

Bericht an den UN-Menschenrechtsrat

Im kommenden Jahr überprüft der UN-Menschenrechtsrat die Menschenrechtslage in der Bundesrepublik Deutschland. In diesem Zusammenhang hat das Deutsche Institut für Menschenrechte einen Bericht erstellt, der inzwischen bei den Vereinten Nationen eingereicht wurde, siehe hier. Im folgenden der Abschnitt zur Psychiatrie:

Menschenrechte in der Psychiatrie
Mit Blick auf die Psychiatrie war Deutschland in der Vergangenheit von Menschenrechtsgremien der Vereinten Nationen scharfer Kritik ausgesetzt.
Die Unterbringung gegen den Willen, die Isolierung und Fixierung, die zwangsweise Gabe von Medizin sowie die Sedierung (Ruhigstellung) gelten auf bundes- und landesgesetzlicher Ebene im Sinne einer gesetzlichen Ausnahme unter bestimmten Bedingungen immer noch als rechtlich zulässig.
Zwar wurden in Folge von höchstrichterlichen Entscheidungen seit 2011 die verfassungsrechtlichen Anforderungen für die gesetzlichen Regelungen höher gesteckt. In der Rechtswirklichkeit sind derartige Methoden aber nicht die seltene Ausnahme, sondern weitverbreitete Praxis in Deutschland. Seit 2016 fördert die Bundesregierung ein größeres Forschungsprojekt zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen. Eine grundsätzliche Überprüfung des Systems der Psychiatrie aus menschenrechtlicher Sicht und insbesondere eine Ausrichtung hin zu einer Psychiatrie ohne Zwang sind indes nicht zu erkennen.

Typisch Berufsbetreuer – im Fernsehen

Im Fernsehen ein weiterer Bericht darüber, wie Berufsbetreuer vorgehen, die von den Gerichten gegen den Willen der Betreoffenen aufoktroyiert werden, siehe Bericht im SWR:  https://swrmediathek.de/player.htm?show=aa305622-ade5-11e7-a5ff-005056a12b4c

Hinweis auf den Blog von Hans Ulrich Gresch

Dr. Hans Ulrich Gresch betreibt wieder einen Blog: http://ppsk.de
Sein alter Blog war die „Pflasterritzenflora„:
Aktuell auch wieder Psychiatrie-Kritik:

Kritisches zur Existenz psychischer Krankheiten

  1. Ich bezweifele die Existenz psychisch Kranker. Dies bezieht sich allerdings nur auf den medizinischen Begriff der psychischen Krankheit. Im metaphorischen Sinn kann man nach Belieben jemanden als psychisch krank bezeichnen, wenn er beispielsweise Gartenzwerge sammelt oder seinen Urlaub auf Mallorca verbringt. Medizinisch betrachtet aber beruht eine Krankheit auf einem pathologischen körperlichen Prozess, der die Symptome, die Beschwerden des Erkrankten verursacht.
  2. Wären also unerwünschte Phänomene des Verhaltens und Erlebens ursächlich mit körperlichen Störungen verbunden, dann würde es sich eben nicht um eine psychische, sondern um eine physische Erkrankung handeln. Daher kann es, aus logischen Gründen, keine psychisch Kranken im medizinischen Sinne geben.
  3. Diese Schlussfolgerung ist aus meiner Sicht zwingend;…  hier weiter lesen>>

Kate Millett ist verstorben

Eine sehr traurige Mitteilung:
Kate Millett ist am 6. September in Paris im Alter von 82 Jahren verstorben.
In den Nachrufen wird beinahe nur erwähnt, welchen wichtigen Beitrag sie für den Feminismus geleistet hat, insbesondere durch ihr Werk Sexual Politics (1970; deutsch: Sexus und Herrschaft, 1971).
Kaum überschätzt werden kann aber, wie wichtig sie für uns, die Bewegung gegen die Zwangspsychiatrie, war. Angeregt durch ihr Buch Der Klapsmühlentrip machte die Irren-Offensive 1994 eine Reise nach New York und besuchte Kate in ihrer Farm in Poughkeepsie. Im Video ist zu sehen, wie Kate uns anregte, das Problem politisch zu sehen, z.B. demonstrieren zu gehen: https://youtu.be/0lMauyX51z4?t=10m32s

Vier Jahre danach war es soweit – die Irren-Offensive hatte ihren Fokus auf einen politischen Schwerpunkt verlagert. Mit einem öffentlichen Tribunal an der Volksbühne hatten wir ein eigenes Gericht geschaffen, das Foucault Tribunal. Kate besuchte uns und wurde die Sprecherin der Jury. Zusammen mit Hagai Aviel aus Israel bestand sie darauf, dass ein Tribunal ein Gesetz als Maßstab für sein Urteilen haben muss. Darüber hatten wir uns noch gar keine Gedanken gemacht, waren uns in der Jury aber sofort alle einig, dass auf Vorschlag von Hagai dieses Gesetz die Universalen Menschenrechte sein müssen. Kate verkündete das zusammen mit den Anklagepunkten. Später befragte sie kritisch die Verteidigung, den Ärztekammerpräsidenten usw., die wichtigsten Ausschnitte siehe im Video:

Drei Jahre danach war Kate 2001 wieder in Berlin und Sprecherin des 5. internationalen Russell Tribunals zur Frage der Menschenrechte in der Psychiatrie.
Auf einen Hinweis von Kate war damals in der Auftaktveranstaltung die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, durch ein Grußwort eingebunden worden, Fotos siehe hier.
Das war einer der Anstöße für die UN-Behindertenrechtskonvention von 2007.
2002 entstand in Kates Farm mit ihrer Hilfe die Laudatio zur Verleihung des Freiheitspreises an Thomas Szasz.

Nachrufe im Guardian, Tagesspiegel, Taz, Deutschlandfunk, WDR

Wahlprüfsteine für die Landtagswahl in Niedersachsen

Wahlprüfsteine der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener
für die Landtagswahl am 15.10.2017 in Niedersachsen

Die Fragen unten hat die-BPE der CDU, SPD, FDP, DIE LINKE und Grüne jeweils mit der Bitte um Antwort als Wahlprüfsteine und mit einem Hinweis auf die anschließende Veröffentlichung gestellt. Die Ergebnisse der Umfrage:

  • Die SPD hat die Fragen völlig ignoriert und nicht geantwortet. Wir raten von deren Wahl ab.
  • Die CDU hat zwar geantwortet, aber ihre hier dokumentierten Antworten sind völlig enttäuschend. Sie offenbart sich damit – wie in Berlin – als eine Partei der Foltergesetzmacher, wie immer als angeblich „Ultima ratio“. Besonders erschreckend ist, dass die CDU bei der Zwangsbehandlung die Menschenrechte, ausbuchstabiert in der Behindertenrechtskonvention (BRK), völlig unbeachtet lässt. Sie überlässt folterartige Zwangsbehandlung damit dem Filz von Ärzten, Richtern und Betreuern und ignoriert völlig die Stellungnahme von Papst Franziskus, der diese als Folter bezeichnet hat, siehe hier.
    Wir können nur von deren Wahl abraten.
  • Auch DIE LINKE ignoriert mit ihren hier dokumentierten Antworten die Feststellungen des UN-Komitees für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und negiert damit auch den Bericht des UN-Sonderberichterstatters über Folter. Sie macht damit auf Landesebene leider sogar das Bundeswahlprogramm der eigenen Partei unglaubwürdig, in dem die gewaltfreie Psychiatrie auf Seite 32:
    Wir wollen eine gewaltfreie Psychiatrie und die Abschaffung von Sondergesetzen.
    und auf Seite 118:
    Wir setzen uns dafür ein, dass alle rechtlichen Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen aufgehoben werden, insbesondere psychiatrische Sondergesetze und ärztliche oder betreuungsrechtliche Zwangsbefugnisse.
    versprochen wurde. Aus dem flauen Wischi-Waschi der Partei DIE LINKE eine Schlussfolgerung zu ziehen bzw. eine Wahlentscheidung zu treffen, möchten wir den Leserinnen und Lesern überlassen.
  • Die Antwort der Grünen ist hier dokumentiert. Zwar behaupten die Grünen, sich konsequent gegen die Folter, also gegen Zwangsbehandlung und für eine menschenrechtskonforme Psychiatrie einzusetzen. Sie scheuen aber, sich der Sichtweise des UN-Berichterstatters über Folter und dem UN-Fachausschuss für die Rechte von Behinderten konsequent anzuschließen, da psychiatrische Zwangsbehandlung Folter ist. Sie haben im Niedersächsischen Landtag für das novellierte PsychKG gestimmt. Sie weichen aus, weil angeblich Zwangsbehandlung, Zitat: „Demnach sind diese nur noch unter eng gefassten Bedingungen in Einzelfällen möglich“ sei. Das macht die Grünen unglaubwürdig. Entweder kennen sie die abschließenden Bemerkungen zum Staatenbericht nicht, aber zu vermuten ist eher, das sie diese nicht zur Kenntnis nehmen wollen, obwohl in der Frage explizit darauf hingewiesen wurde. Sie versuchen uns mit diesem völlig unzureichendem Versprechen abzuspeisen, Zitat: „Wir werden uns in der nächsten Legislaturperiode für eine neuerliche umfassende Novelle des NPsychKG einsetzen, die der UN-BRK vollumfänglich gerecht wird, Grundrechtseingriffe weitgehend vermeidet ..“
    Aus dem flauen Wischi-Waschi der Grünen eine Schlussfolgerung zu ziehen bzw. eine Wahlentscheidung zu treffen, möchten wir den Leserinnen und Lesern überlassen.
  • Die FDP hat geantwortet, auch versichert, dass sie die Folterfreiheit achten würde, aber in ihrer weiteren hier dokumentierten Antworten widerspricht sie dem, wenn es auf die Psychiatrie angewendet wird. Sie redet sich mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgericht (BVerfG) heraus, dabei kann auch das BVerfG keine Foltermaßnahmen legalisieren, denn es würde gegen Jus cogens verstoßen. Das haben wir dem BVerfG hier genau bewiesen. Aus diesem Hin und Her der FDP eine Schlussfolgerung zu ziehen bzw. eine Wahlentscheidung zu treffen, möchten wir den Leserinnen und Lesern überlassen.

Wegen der erwähnten Vorbehalte können wir bei dieser Landtagswahl KEINE Wahlempfehlung geben. Lesen Sie mehr »

Brauchbarer Beschluss des BGH

Der Bundesgerichtshof hat am 31. Mai 2017 mit dem Aktenzeichen XII ZB 342/16 einen bemerkenswerten Beschluss gefasst.
Demnach wurde noch einmal höchstrichterlich entschieden, dass eine „Erkrankung“ allein kein Grund zum Einsperren ist. Es bestand keine Gefahr und offenbar kein Leidensdruck, so dass auch eine akute Selbstgefährdung nur unzulässig behauptet werden konnte. Es fehlte eine konkrete Gefahr und die vermeintliche Prognose ließ sich nur aus der Erkrankung herleiten. Dies genügt aber nicht, sagt der BGH. Diese Entscheidung betont die Verhältnismäßigkeit und Selbstbestimmung. Der Betreuer hat keinen Ermessensspielraum. Er ist dem Selbstbestimmungsrecht verpflichtet.
Bekannt wurde der Beschluss durch einen Bericht im Westfalenblatt vom 25.9.2017