Die zentralen Voraussetzung psychiatrischer Ideologie werden zersetzt

Kurt Gödel Preis

Der Kurt Gödel Freundeskreis Berlin hat zur Förderung antireduktionistischen Wissens in Natur- und Geisteswissenschaften den

Kurt Gödel Preis 2019

ausgelobt. Der Preis zielt auf die Zersetzung der zentralen Voraussetzung psychiatrischer Ideologie. Seit Urzeiten beruht die Psychiatrie auf der Behauptung, mentales Erleben, Seele, Geist usw. wäre im Gehirn zu finden, dort würde alles ursächlich generiert und deshalb sei dem Geist mit naturwissenschaftlichen Hirnforschungs-Methoden und der Neo-Nazi-Eugenik psychiatrischer Genetik auf die Spur zu kommen. Die bildgebenden Verfahren irgendwelcher „Hirn-Computer Tomographien“ seien bedeutungsvoller als die Tintenkleckse von Roschachtest Bildern. Dieser Kategorienfehler in der „Wurzel“ der Psychiatrie hat ein weites Umfeld, dass mit dem Wort bzw. Begriff „Reduktionismus“ zusammengefasst wird: Gedanke, Gefühle und Verhalten seien auf Hirnaktivitäten und diese auf Biologie, insbesondere auf Chemie und Physik als ursächlich zurückzuführen, also auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu reduzieren. Diesem reduktionistischen Phantasma ist auch geschuldet, warum mit Drogen, Insulinschocks, Lobotomie, Elektroschock usw. einer als „Krankheit“ konzeptionalisierten Verrücktheit begegnet wird und Zwang und Gewalt zur angeblichen „Heilung“ legitimiert werden könnten.

Da im Rahmen eines Essaywettbewerbs der Kurt Gödel Preis 2019 für die beste Frage vergeben wird, die Reduktionisten beantworten müssten, dies jedoch nicht können und warum, werden der psychiatrischen Ideologie die Grundlagen entzogen. Einsendeschluss war der 30.9.2019. Alle eingereichten Beiträge wurden der Jury des Kurt Gödel Preises vorgelegt. Die Jury hat inzwischen eine sog. Shortlist der 11  interessanten Beiträge zusammengestellt und auf der Homepage des Kurt Gödel Freundeskreises veröffentlicht: https://www.kurtgoedel.de
In die ausgewählten Beiträge kann entsprechend den Teilnahmebedingungen bis zur Preisvergabe Ende 2019 über die verlinkten PDFe Einblick genommen werden.

Wir finden, dass dieser Wettbewerb sehr gelungen ist. Die 11 Texte sollten auf großes Leseinteresse stoßen.

Geschichte der Irren-Offensive

Hinweis auf ein neues Buch:

Es geht auch anders!
Psychiatrie überwinden
Von der Anti-Psychiatrie-Bewegung der 70er bis Anfang der 80er Jahre

Klaus Dräger berichtet auf 251 Seiten aus persönlicher Sicht über das SSK, das Psychiatrie Beschwerdezentrum und die Anfänge der Irren-Offensive. Das Buch ist Werner Fuß gewidmet mit einem Nachwort von René Talbot.
Es kostet 19,80 € und kann bei dieser E-Mailadresse: holgerjuergens(ät)mail.de bezogen werden

Zwei Fernsehberichte

Im ZDF wurde in Frontal21 am 26.11. an einem handfesten Beispiel gezeigt, was Zwangsbetreuung anrichtet, siehe Video hier.
Der krasse Bericht verdeutlicht, warum unser offener Brief an die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) so wichtig und eine PatVerfü unentbehrlich ist.
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In RTL wurde am Montag, 2.12. eine weiterer Bericht von dem Wallraff Team über das Terror-Kinderheim gesendet. Er kann ab Minute 20 bis 50:10 hier runter geladen werden.

Besondere Warnung vor diesen Psychiatrien

Wer steht hinter:

Hans J. Grundler
Kaiser-Friedrich-Ring 61
65185 Wiesbaden
http://elektrokonvulsionstherapie.org/impressum ?

Herr Grundler ist der presserechtlich Verantwortliche für die Liste von Elektroschock-Kliniken in Deutschland, die in dieser Elektroschock-Werbe-Domain veröffentlicht wird: elektrokonvulsionstherapie.org/klinikuebersicht

Vor den Kliniken
in dieser Liste warnen wir, denn offensichtlich praktizieren sie psychiatrische Elektroschocks und es ist zu unterstellen, dass sie bereit sind, das auch mit Zwang und Gewalt zu tun, wie es Prof. Dr. Jochen Vollmann und Dr. Jakov Gather in vorgeblich „wissenschaftlichen“ Zeitschriften bewerben. RA Dr. Schneider-Addae-Mensah hat wegen dieser Werbung für erzwungenes psychiatrisches Elektroschocken Strafanzeigen wegen Volksverhetzung bei zwei Staatsanwaltschaften erstattet, siehe hier.

Ob sich die DGPPN hinter diesem Herrn Grundler versteckt, weil sie diese vollständige Liste lieber verheimlicht (siehe hier), oder ein Elektroschocker-Gerätehersteller oder sonst ein E-Schock-Lobbyist, mag dahingestellt sein, aber Kliniken, die elektroschocken, sollten gemieden werden. Ganz besonders gefährdet sind alle, die durch eine Betreuung entmündigt sind, weil der § 1906a BGB droht. Ohne eine PatVerfü kann aber auch diese Entmündigung u.U. gerichtlich aufgezwungen werden.

Demonstration beim DGPPN Kongress


Die-BPE hat 2019 vor dem DGPPN Kongress am Mittwoch, den 27. November im CityCube in Berlin mit dem Motto:
Gewaltfreie Psychiatrie Jetzt!
demonstriert und Sonderdrucke dieses Textes Ohne Zwang – ein Konzept für eine ausschließlich unterstützende Psychiatrie verteilt.

»Schizophrenie gibt es nicht«

Die Zunichte-Erklärungen der „Schizophrenie“ greifen weiter um sich – nun in den Niederlanden:

Weg mit dem Etikett »Schizophrenie«!

Dafür plädiert Jim van Os (siehe Bild rechts), einer der bekanntesten Psychiater in den Niederlanden, berichtet das Mainstream Wissenschaftsmagazin  „Spektrum“ hier: https://www.spektrum.de/news/schizophrenie-gibt-es-nicht/1682902
Das ist keine neue Weisheit, sondern Prof. Thomas Szasz hatte schon 1969 erklärt:

„Schizophrenie ist ein strategisches Etikett, wie es „Jude“ in Nazi-Deutschland war. Wenn man Menschen aus der sozialen Ordnung ausgrenzen will, muss man dies vor anderen, aber insbesondere vor einem selbst rechtfertigen. Also entwirft man eine rechtfertigende Redewendung.
Dies ist der Punkt, um den es bei all den hässlichen psychiatrischen Vokabeln geht: sie sind rechtfertigende Redewendungen, eine etikettierende Verpackung für „Müll“; sie bedeuten „nimm ihn weg“, „schaff ihn mir aus den Augen“, etc. Dies bedeutete das Wort „Jude“ in Nazi-Deutschland, gemeint war keine Person mit einer bestimmten religiösen Überzeugung. Es bedeutete „Ungeziefer“, „vergas es“. Ich fürchte, dass „schizophren“ und „sozial kranke Persönlichkeit“ und viele andere psychiatrisch diagnostische Fachbegriffe genau den gleichen Sachverhalt bezeichnen; sie bedeuten „menschlicher Abfall“, „nimm ihn weg“, „schaff ihn mir aus den Augen“.“  Thomas Szasz zitiert aus: „Interview with Thomas Szasz“ in The New Physician, 1969

Das berühmte Zitat wurde in Großbritannien von Professor Richard Bentall von der University of Manchester bei einer Pressekonferenz am 9.10.2006 wissenschaftlich bestätigt: „Schizophrenie sollte als Konzept abgeschafft werden, weil es unwissenschaftlich und nur stigmatisierend ist. Wenn einmal die Diagnose Schizophrenie gegeben wurde, ist die Person als ein unheilbarer sozialer Störer gebrandmarkt“, kurz gesagt ein „Parasit“ (siehe hier).
Übrigens wurde das Wort „Schizophrenie“ von Eugen Bleuler geprägt, der inzwischen bekannt dafür geworden ist, dass er seriell ein typisches Naziverbrechen begangen hat: Zwangssterilisationen.

Eine gute Nachricht, die Schadensersatzzahlungen steigen weiter !

Freistaat Bayern zahlt Herrn Mollath zusätzlich 600 000 Euro schreibt Die Süddeutsche: siehe hier.
Die steigenden Schadensersatzzahlungen hatten wir schon im Dezember 2015 registriert und berichteten hier: https://www.zwangspsychiatrie.de/2015/12/immer-hoeherer-schadenersatz/
Ob Versicherungen vielleicht bald schon die Menschenrechte missachtenden Zwangspsychiatrien als Risiko ablehnen?

Wie auf Anwältinnen und Anwälte zugehen?

Nur ein paar Tipps und Hinweise, wie unnötige Reibungsverluste in der Kommunikation mit Anwältinnen* vermieden werden können:

  • Anwältinnen, die parteiisch für die Mandanten auch gegen das – an sich illegal gewordene – Unterbringungsrecht und Betreuungsgerichte tätig werden, sind rar. Wenn man ihnen gegenüber freundlich und höflich auftritt, ist das bestimmt erfolgreicher, als keck und besserwisserisch Mondforderungen durchzusetzen zu wollen. Sonst läuft man Gefahr, dass Anwältinnen nur die Hände in den Schoß legen und bei einem am Ende verbockten Verfahren auf die dickköpfige Mandantschaft zurück verweisen und so aus dem Schneider sind. Die Rechnung muss dann trotzdem bezahlt werden.
  • Der erste Schritt sollte immer ein Beratungsgespräch sein, für das man nach der Kontaktaufnahme einen Termin vereinbart, möglichst zu einem persönlichen Treffen. Deshalb ist es hilfreich, wenn keine weiten Wege dafür zurückzulegen sind. Notfalls geht aber auch ein Termin für ein ausführliches Telefongespräch.

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Geht doch – gewaltfreie Psychiatrie jetzt !

Ohne Zwang – ein Konzept für eine ausschließlich unterstützende Psychiatrie

ist der Titel eines ausgezeichneten Textes von Martin Zinkler (Chefarzt der Psychiatrie Heidenheim) und Sebastian von Peter veröffentlicht in Recht & Psychiatrie 4/2019, wie das Ende der Zwangspsychiatrie der Anfang eines mit den UN-Menschenrechten konformen Unterstützungssystem würde.

Zitate daraus (fett von uns hinzugefügt):

„Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte und weitere Organe der Vereinten Nationen fordern aufgrund des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Convention on the Rights of Persons with Disabilities – CRPD) ein absolutes Verbot von Zwangsmaßnahmen und Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie.“…

„Eine wirklich gemeinsame und lösungsoffene Suche kann jedoch nur gelingen, wenn eine Intervention gegen den Willen der betreffenden Person unmöglich ist, d.h., wenn die Psychiatrie prinzipiell nicht dazu in der Lage ist, Zwang und Gewalt einzusetzen.“…

„Das Verhältnis zwischen den psychosozialen Diensten und der Person wird jedenfalls nicht von einem Richter, einem rechtlichen Betreuer oder einer Behörde bestimmt, sondern – wie bei allen anderen gesundheitlichen und sozialen Leistungen auch – zwischen der Person und den Diensten vereinbart.“…

[Entlassungswunsch] „Im neuen System beginnt in dieser Situation  ein Dialog mit dem Patienten, in dem die Gründe für den Wunsch nach Entlassung, durch die Entlassung entstehende Probleme und mögliche Hilfsangebote nach der Entlassung zur Sprache kommen.“…

„Entscheidend sind Wille und Präferenzen der betreffenden Person. Das vermeintliche »Wohl«, also das, was die Ärzte, Krankenschwestern oder rechtliche Betreuer für das Wohl der betreffenden Person halten, ist nicht ausschlaggebend (United Nations 2014). Auch ein »Wohl«, das aus der staatlichen Fürsorgepflicht abgeleitet wird, kann nur das vom Betroffenen selbst bestimmte Wohl sein.“…

[Forensik, § 63] „Bei der Entscheidung über Untersuchungshaft oder bei der Länge des Strafmaßes gilt wieder das Diskriminierungsverbot: Keinesfalls darf der Person durch die Diagnose einer psychischen Störung ein Nachteil entstehen. Die Zeit in  Untersuchungshaft bzw. in Strafhaft darf nicht länger sein, bzw. auch die Einschränkungen in Haft nicht härter, als für Personen ohne  psychiatrische Diagnose, denen ein vergleichsweise schweres Delikt vorgeworfen wird oder die wegen eines ähnlich schweren Delikts verurteilt wurden.
Die bisherigen Vorschriften für eine strafrechtliche Unterbringung  in einer psychiatrischen Klinik müssen dafür so verändert werden, dass eine Klinikunterbringung
1. nur noch infrage kommt, wenn sie dem Willen und den Präferenzen der Person entspricht, und
2. nicht länger dauert als der Freiheitsentzug in Haft, wenn keine psychische Störung vorläge.“…

„Keinesfalls darf aus der Feststellung einer psychiatrischen Diagnose eine Benachteiligung hinsichtlich eines Freiheitsentzugs oder ein besonderer Freiheitsentzug (unfreiwillige Unterbringung in einer Klinik) hergeleitet werden. Die Feststellung bzw. Behauptung von Einwilligungsunfähigkeit hinsichtlich Behandlung oder Unterstützung kann nicht mehr zur Rechtfertigung von Eingriffen in die Freiheitsrechte herangezogen werden. Rechtliche Sanktionen hingegen erfolgen diskriminierungsfrei auf der Basis der für alle geltenden Rechte.„…

„Im Verhältnis zwischen den Helfern bei den Diensten und den Personen, die diese in Anspruch nehmen, wächst Vertrauen: »Sie können sich darauf verlassen, dass wir nichts unternehmen, was Ihrem Willen und Ihren Präferenzen widerspricht.« Im Binnenverhältnis zwischen Ordnungsbehörden, Justiz und betreffenden Personen sind die Gesundheits- und Sozialdienste eindeutig und unmissverständlich den Wünschen und Präferenzen ihrer Patienten verpflichtet: Dies betrifft sowohl die Art der Unterstützung als auch die Vertraulichkeit über  psychosoziale Belange. Die Weitergabe von Informationen über Beratung, Unterstützung und Behandlung unterliegt allein dem Willen der betreffenden Personen.“…

Dieser Text ist hier kostenlos und vollständig in Englisch herunterzuladen: https://www.mdpi.com/2075-471X/8/3/19
Er beweist, dass eine gewaltfreie Psychiatrie menschenrechtskonform sein kann. Da sie aber offenbar nur in Heidenheim gewaltfrei praktiziert wird, kann nur damit erklärt werden, dass die TäterInnen der Zwangspsychiatrie ihre Macht und Gewalt  ausüben wollen, sie deswegen sadistisch genannt werden müssen: Psychiater – staatlich geschützte Verbrecher!  (Siehe auch hier)

Vollständige Liste der psychiatrischen Elektro-Schock-Kliniken wird von der DGPPN verheimlicht!

Die DGPPN hat am 30.8.2019 eine Liste von Elektro-Schock-Kliniken veröffentlicht. siehe: https://tinyurl.com/yyhcu9gg.
Mit dieser Veröffentlichung ist bewiesen, dass die Schutzbehauptung, Elektroschock (verniedlicht als „EKT“) würde gar nicht mehr praktiziert, ein verlogenes Märchen ist. Im Gegenteil, flächig wird psychiatrischer Elektroschock („Einer flog übers Kuckucksnest„) also nahezu überall praktiziert! RA Dr. Schneider-Addae-Mensah hat wegen Werbung für erzwungenes psychiatrisches Elektroschocken Strafanzeigen wegen Volksverhetzung bei zwei Staatsanwaltschaften erstattet, siehe hier.

In ihrer Liste vermerkt die DGPPN, dass es 150 sog. „EKT Zentren“ gäbe, sie aber nur gut die Hälfte veröffentliche. Die-BPE hat am 26.9. daraufhin die Vorstandsmitglieder und die Geschäftsstelle der DGPPN zu einer Veröffentlichung der vollständigen Liste aufgefordert. Trotz Erinnerung am 16.10. hat sie das unterlassen, deshalb veröffentlicht die-BPE diese Aufforderung hier.