Bitte um Unterstützung beim Flyerverteilung und Demo

Anti-Zwangs-Demonstration in Gießen
am Freitag nächster Woche, 20.5.22 um 15 Uhr
vor der Forensischen Psychiatrie der Vitos Klinik in Gießen, Licher Straße 132

Im Anschluss an die Demo ist noch ein Austausch- und Vernetzungstreffen bei Snacks, Kaffee, Tee und Wasser geplant.
Hier der Flyer mit dem Aufruf zur Demonstration. Insbesondere auch diejenigen, die der DGSP nahe stehen, sollten sich berufen fühlen, zu kommen, denn der Beschluss der DGSP mit der Forderung zur Abschaffung der Forensik ist hier in der Kurzfassung und hier in der Langfassung als pdf veröffentlicht.

——————————————————–

https://www.zwangspsychiatrie.de/cms-67UN/wp-content/uploads/2022/05/vor_und_rueckseite.pdfEs gibt inzwischen einen Handzettel zur Unterstützung und zum Bekannt machen der aktuellen gemeinsamen Kampagne von dem Bpe und die-BPE als pdf hier zum runterladen. Die Unterschriftensammlung zeigt den Horizont unserer Forderungen: Abschaffung des Zwangs in der Psychiatrie – Verwirklichung statt Brechen des Willens.
Bitte beidseitig ausdrucken, Dritteln und Verteilen.
Menschen, die unsere Forderung gut finden, können dann was für deren Verwirklichung tun und im Internet unterschreiben.

Der fachliche Konsens ist zerbrochen!

Die Bilddokumentation des diesjährigen „Day of Remembrance and Resistance ist hier zu finden: http://www.freedom-of-thought.de/may2

Verlesen wurde dieser  Kommentar:
Der fachliche Konsens ist zerbrochen!

Seit dem Foucault Tribunal 1998 hat unser Kampf gegen die Zwangspsychiatrie entscheidende Erfolge erzielt. Wenn auch die gesetzlichen Sonderregelungen der Zwangspsychiatrie noch nicht beseitigt sind, wir menschenrechtlich weiter diskriminiert werden, gibt es aber durch die PatVerfü eine opt out Möglichkeit. Man kann sich also gegen Zwang und Gewalt der Zwangspsychiatrie immunisieren. Deshalb müssen wir weiter das Ziel bei den Gesetzgebern politisch durchsetzen, dass die psychiatrischen Sondergesetze alle beseitigt werden und nur noch die opt in Möglichkeit übrig bleibt, man also nur noch durch eine vorher explizit und schriftlich zugestimmte positive Vorausverfügung, zwangspsychiatrische Maßnahmen erdulden zu wollen, mit Zwang und Gewalt festgehalten und behandelt werden darf. Diese Forderung machen wir zur Zeit mit unserer Unterschriftensammlung bei Change.org bekannt: tinyurl.com/gegenZwang

Die großartige Neuigkeit ist, dass ein wesentlicher Teil der Psychiatrie, die in der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP) organisierte sogenannte Sozialpsychiatrie einen Beschluss gefasst hat, dass die §§ 63, 64, 20 und 21 StGB abgeschafft werden sollen. Sie hat also den bisher bestehenden fachlichen Konsens aufgekündigt, dass Mediziner angeblich „krankheitsbedingte“ Schuldunfähigkeit feststellen können, die Menschen zu einer Gefahr für andere machen würde. Als sei das erbbiologisch feststehend, hatten die Nazis das 1933 als psychiatrische Sondergesetzgebung in die Rechtsprechung eingeführt.
Gleichzeitig wird damit auch den psychiatrischen Zwangsmaßnahmen, mit denen ohne eine Straftat begangen zu haben, in der nicht-forensischen Psychiatrie bestraft wird, der legitimatorische Boden entzogen, denn diese sind dann nur noch freiheitsberaubende oder sogar körperverletzende Sanktion aufgrund von Willkür, die sowohl durch die UN-Behindertenrechtskonvention wie das Grundgesetz Artikel 1 und 2 verboten sind. Deshalb war auch das Motto unseres diesjährigen Remembrance and Resistance Day:

Gewaltfreie Psychiatrie! Weg mit § 63!

Diese beiden Brüche, sowohl das Ende des fachlichen Konsenses wie die Möglichkeit, sich den Zwangsmaßnahmen vorbeugend zu entziehen, haben unwiderruflich das psychiatrische Fundament gesprengt. Als Ruine bleibt der Zwangspsychiatrie noch eine Gnadenfrist, bis sie endgültig ganz abgerissen wird und alle psychiatrischen Sondergesetze Vergangenheit geworden sein werden.

Erdmuthe Theuermeisters Schilderungen der forensischen Psychiatrie wurden ebenfalls verlesen:
Erdmuthes Erklärung was in der Forensik geschieht:  https://www.dissidentart.de/bilder_tumarkin/erdmuthe.htm
Deren Erfahrungsbericht, wie die Zwangsbehandlung im Maßregelvollzug vollzogen wird: https://www.antipsychiatrie.de/io_09/zwangsbehandlung.htm

Im Übrigen hat unser Einsatz für die Insassen der Forensik dem Berliner Spar-Senat auch als Begründung dafür gedient, uns 1994 die gesamte Unterstützung zu entziehen. Wahrscheinlich war das aber ein Glück, denn dann konnten bzw. mussten wir uns unabhängig von dessen Geldern weiter entwickeln.

Ein Polizeieinsatz endet tödlich

Mannheim, 3.5.2022: Ein Polizeieinsatz endet tödlich, weil das berüchtigte Zentralinstitut für Seelische Gesundheit ZI den Betroffenen psychiatrisch verleumdet und ihm die Polizei auf den Hals gehetzt hat, siehe: https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/mannheim-mann-stirbt-nach-polizeikontrolle-100.html

Zitat:
Ein Arzt des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hatte am Montag die Polizei gerufen, weil ein Patient möglicherweise Hilfe brauche. Daraufhin machten sich zwei Polizisten auf die Suche nach dem 47-Jährigen. Sie entdeckten ihn in der Innenstadt in der Nähe des Marktplatzes. Laut dem Landeskriminalamt (LKA) hat er sich gegen die Kontrolle gewehrt und ist daraufhin überwältigt worden.
[Das ZI liefert den Vorwand für den vollkommenen Polizei-Terrorstaat, weil jeder immer möglicherweise Hilfe braucht]

Wie der Betroffene umgebracht wurde, ist in diesem Video dokumentiert: https://www.youtube.com/watch?v=mERxmllS3hc

ZI ist zu übersetzen als Zentrales Folter Institut zur Missachtung der Menschenrechte, bewiesen durch den Briefwechsel dessen Initiators Prof. Häfner mit Prof. Narr, siehe:  https://www.die-bpe.de/Antwort-Narr.htm
Übrigens war Prof. Andreas Heinz Oberarzt am ZI, bevor er 2002 zum Leiter der Psychiatrie der Charité berufen und in den Jahren 2020 und 2021 ein ausgesprochen heuchlerischer DGPPN Präsident wurde.

Gute Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts!

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat am 22.3.2022 mit dem AZ 1 BvR 618/22 eine gute Entscheidung gefällt, um gegen eine drohende Entmündigung, irreführend Betreuung genannt, sich frühzeitig noch vor einer psychiatrischen Begutachtung zu wehren, um diese zu verhindern, siehe hier.

Das ist deshalb eine wichtige Entscheidung, weil bisher immer von den Amtsgerichten versucht wurde, eine Beschwerde gegen die psychiatrische Untersuchung damit wegzubügeln, dass das nicht einzeln angreifbar sei, sondern nur am Ende, wenn der Betreuungsbeschluss des Gerichts schon gefasst war, man also schon in die Defensive geraten war. Ganz wichtig außerdem: das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde des Betroffenen direkt angenommen, also sogar ohne dass er anwaltlich vertreten war. Diese sog. „Sprungrevision“ nun zuzulassen, ist ein Zeichen dafür, dass das BVerfG inzwischen die verleumderische Qualität einer psychiatrischen Diagnose erkannt hat, wie es das Landesgericht Köln in seinem Urteil 25 O 308/92 vom 8.2.1995,  (med. Untersuchung ohne Zustimmung illegal, Schmerzensgeld) bei einer HIV Untersuchung anerkannt hat.

Neo-Nazi Eugenik an der Charité

Die Charité mit ihrem DGPPN Past President Prof. Andreas Heinz kann wieder mal nicht die Finger von der Neo-Nazi Eugenik lassen, sondern brüstet sich mit der Wiederholung der Rationalisierungen des Nazi-Verbrecher-Handelns, „Schizophrenie“ (nur ein Wort zur Verleumdung) sei eine vererbliche Krankheit, nun seien endlich die Gene dafür entdeckt, siehe Meldung in der Berliner Zeitung hier, und hier direkt bei der Charité.
Zum Nachlesen, warum diese „Wissenschaft“ nur die Rationalisierungen des Nazi-Verbrecher-Handelns wiederholt: https://irrenoffensive.de/antifa_merkbefreit.htm

Welchen Widerspruch gibt es dazu in der „Fachgesellschaft“ DGPPN? Wir vermuten keinen. „Natürlich machen wir weiter!“, Zitat Ilse Eichenbrenner in „Soziale Psychiatrie“ 3/2000.
Alles moralische Blindgänger? Nein, sondern es ist eher zu vermuten, dass das mit voller Absicht geschieht, locken doch eine gute Bezahlung für die pränatale Gleichschaltung zur Ausrottung der „Schizophrenie“ und Forschungsgelder z.B. des Berliner Senats.
Alles ekelerregend und widerlich; der Erbhygieniker Karl Bonhoeffer, Richter am Erbgesundheitsobergericht, und Max de Crinis, beide Chefärzte der Psychiatrie der Charité waren noch nicht genug?

Ausführliches siehe in der Studienarbeit von Alice Halmi und in den Websites des Horrors
Unser Flugblatt zum 6. Weltkongress psychiatrischer Genetik 1998 in Bonn und dessen schauriges Programm mit „Chromosome Workshops“!

Zwei Filmhinweise

Bremen: Rote Laterne bei den Menschenrechten in der Zwangspsychiatrie

Bundesverband
Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle:
Herner Straße 406
44807 Bochum
www.bpe-online.de
vorstand@bpe-online.de
Bundesarbeitsgemeinschaft
Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle:
Vorbergstr. 9a
10823 Berlin
www.die-bpe.de
die-bpe@berlin.de

An die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen
Frau Claudia Bernhard
Contrescarpe 72
28195 Bremen

O F F E N E R  B R I E F

 

Sehr geehrte Frau Senatorin Bernhard,

Das Land Bremen ist mit 235 Zwangseinweisungen nach PsychKG pro 100.000 Einwohner pro Jahr einsamer Spitzenreiter unter allen Bundesländern. Bremen hat jährlich 10,4 mal so viele Zwangseinweisungen nach Landesgesetzgebung (PsychKG) wie Sachsen (Inzidenz-Zahlen wie bei Corona: pro 100.000 Einwohner). 2014 wurden zwangseingewiesen (neuere Zahlen wurden vom Bundamt für Justiz leider nicht veröffentlich):
Bremen  235,1
Schleswig-Holstein 213,5; Hamburg 188,2; Hessen 185,5; Nordrhein-Westfalen134,3; Niedersachsen 109,5; Bayern 103; Sachsen-Anhalt 89,5; Rheinland-Pfalz 88,5; Saarland 87,4; Berlin 77; Mecklenburg-Vorpommern 75,9; Thüringen 47,3; Brandenburg 42; Baden-Württemberg 35;
Sachsen 20,6

Der Psychiatriereferent von Bremen, Jörg Utschakowski, fragt, was von Bremen auf die Bundesebene übertragbar sei. Dabei müsste aber Bremen zuerst eine tatsächliche Reform der Psychiatrie bewerkstelligen, indem das Land Bremen mit seiner Gesetzgebungs-Kompetenz den Zwang in der Psychiatrie abschafft, z.B. indem im PsychKG UN-BRK-konform alle Zwangs- und Gewaltelemente gestrichen werden.  Vergleichszahlen aus anderen Bundesländern siehe oben!

Aber dieses politische Projekt trauen Sie sich offenbar nicht anzupacken. Auf den Brief mit dem Angebot von dem BPE und die-BPE gemeinsam mit Ihnen eine Tagung Gewaltfreie Psychiatrie! zu planen und zu organisieren wurde seit dem 18. September trotz Erinnerung bis zum 18.11. nicht geantwortet. Martin Zinkler als neuen Chefarzt der Psychiatrie ins Zentralkrankenhaus Bremen Ost zu holen, kann dann nur noch so verstanden werden, dass er nach Bremen geholt wurde, um ihn als ein Feigenblatt vorzuzeigen, aber gleichzeitig dessen wegweisendes Konzept einer gewaltfreien Psychiatrie zu ignorieren. Das bitte hier nachlesen. Dabei hatte die Partei DIE LINKE in den drei vergangenen Bundestagswahlprogrammen 2013, 2017, 2021 folgendes versprochen: „Rechtliche Diskriminierung, insbesondere über psychiatrische Sondergesetze und ärztliche oder betreuungsrechtliche Zwangsbefugnisse, ist aufzuheben.“

Alles nur Heuchelei. Denn wenn´s drauf ankommt, dann wird immer nur links geblinkt, um dann rechts abzubiegen, alles nur Täuschung der WählerInnen, Schaufensterdokoration, um alles weiter so Menschenrechte verachtend zu belassen, wie es ist. So haben Sie als  Gesundheitssenatorin in einem Brief vom 18.11.2021 zwar zugesagt, Zitat:
…Bezüglich des Titels der Tagung bin ich mit der Setzung des Ausrufezeichens einverstanden und stimme Ihnen in dieser eindeutigen Positionierung zur Gewaltfreiheit zu. Ich behalte mir aber vor, im weiteren Planungsverlauf einen Untertitel einzubringen….
Darauf anwortete der BPE und die-BPE am 23.11.2021:
Wir hatten in unserem Vorschlag [vom 18.9.2021] für eine Tagung/Kongress Gewaltfreie Psychiatrie von einer gemeinsamen Planung, Organisation und Durchführung von drei gleichberechtigten Partnern gesprochen. Wir möchten diesen Vorschlag nun so modifizieren:
Wir schlagen von unserer Seite vor, dass wir, der BPE + die-BPE, kooperieren und dann mit Ihnen, der Gesundheitssenatorin, paritätisch zusammenarbeiten, also beide Seiten ein Vetorecht haben. Wen Sie dann noch auf ihrer Seite z.B. als Berater oder Bevollmächtigte einbeziehen wollen, steht Ihnen selbstverständlich völlig frei. Wir sagen aber deutlich, dass wir die Hinhaltetaktik von den der DGSP verbundenen Vereinen und Institutionen für nicht wirklich hilfreich halten, wie wir in unserem Flugblatt deutlich gemacht haben, das wir Ihnen bei unserer Begegnung [am 11.11.2021] übergeben haben und nochmals anbei als pdf beifügen.

Sie schrieben dann am 20.1.2022:
…Daher ist für die Beteiligung der Gesundheitsbehörde an dieser Tagung die aktive Einbeziehung von Akteuren aus der psychiatrischen Versorgung in Bremen Voraussetzung. Diese aktive Beteiligung wäre dann auch verbunden mit einer inhaltlichen Ausrichtung, in der die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema der Gewaltfreien Psychiatrie vertreten wären.
Leider haben Sie in ihrem Schreiben vom 23.11.21 deutlich gemacht, dass Sie der Organisation der Tagung durch einen pluralistischen Kooperationsverbund nicht zustimmen werden. Ich muss Ihnen daher mitteilen, dass die Durchführung einer gemeinsamen Tagung unter den von Ihnen skizzierten Bedingungen für mich nicht in Frage kommt… „die aktive Einbeziehung von Akteuren aus der psychiatrischen Versorgung in Bremen [ist]Voraussetzung.“.
Genau das hatten wir angeboten – eine paritätische besetzte Vorbereitungsgruppe.

Jetzt wissen wir, was Sie tatsächlich wollen: Für Sie ist entscheidend, dass Sie und ihre psychiatrischen Helfershelfer uns hegemonial beherrschen können sollen und unsere Selbstbestimmung von allen möglichen Perspektiven und Meinungen in Zweifel gezogen werden können soll. Zu einer paritätischen Zusammenarbeit sind Sie entweder nicht in der Lage, aber vielmehr ist zu vermuten, dass es die nicht geben darf. Die Selbstbestimmung ist bei informed consent, wie er sonst in der Medizin Erwachsener verbindlich ist, unhinterfragbar. Aber sie wollen für eine gemeinsame Veranstaltung vorschreiben, dass Angehörige, Sozialarbeiter, Vormünder – irreführend beschönigend als „Betreuer“ bezeichnet, Richter, Pharmakologen, Quacksalber, etc. dabei mitmachen müssten. Das zur Bedingung einer Veranstaltung zu machen, in der es um die Selbstbestimmung der uns eigenen Körper und Seelen und unsere Würde geht, um nicht mehr ihrem Zwangs- und Gewaltsystem mit einem Folterregime ausgeliefert zu sein, ist nicht nur absurd, sondern infam. Sie haben genauso wenig von der grund-  und menschenrechlich geschützten Freiheit zur Selbstbestimmung verstanden, wie z.B. die Menschen, die meinen, eine Verheiratung müsse auch in Deutschland durch die Familie erzwungen werden können.

So wird Ihre Absage zu einer Demonstration ihrer psychiatrischen Ethik- und Moralvorstellungen, die nicht die der Medizin sind, sondern von patriarchalen Erwartungen der Unterwerfung und Entwürdigung unter die hegemoniale Herrschaft eines psychiatrischen Netzwerks geprägt sind. Diesem weltweite Racket, wie Max Horkheimer* solche Verflechtungen genannt hat, hat sich bei der Psychiatrie in der World-Psychiatric Association (WPA) gespannt. Ihm haben Sie sich offfensichtlich verpflichtet. Als eine „Verschwörung“ wird von dem Präsident deren Ethik-Ausschusses, Prof. Paul Appelbaum, phantasiert, wie die UN-BRK entstanden sei **: „Kurz gesagt, die Schuld liegt bei einem Entwurfsprozess, der von einigen der radikalsten Elemente der Patientenrechtebewegung gekapert wurde, ….“  So kann es nur bei dem Spitzenplatz der Psychiatrie-Gewalt nach Bremer Landesrecht bleiben.

Hochachtungsvoll
Sabine  Wieg                                              René Talbot und Uwe Pankow
(für den Vorstand des BPE)                          (für den Vorstand von die-BPE)
——————————–
* Krankheit und Kriminalität – Die Ärzte- und Medizinkritik der kritischen Theorie, von Carl Wiemer: https://tinyurl.com/carlwiemer
**  World Psychiatry – Official Journal of the World Psychiatric Association (WPA,) Editorial Seite 1,  https://docs.wixstatic.com/ugd/e172f3_71d7c75219fb432c9cd2a13c304ec3de.pdf


Wir berichteten im Dezember 2021 über den Plan des Justizministeriums von NRW, ambulante Zwangsbehandlung durch die betreuungsrechtliche Hintertür zu legalisieren, siehe hier. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass auch dieser Versuch rundum gescheitert ist 🙂

Siehe die Mitteilung des BPE und des LPE-NRW, die hier veröffentlicht ist.

2. Mai: T4 Umzug 2022

Jedes Jahr treffen wir uns am 2. Mai in Berlin  zum T4 Umzug am Day of Remembrance and Resistance“ zur Erinnerung an die medizinisch-psychiatrischen Massenmorde von 1939 – 1949 und als Zeichen des andauernden Widerstandes gegen die heutige Zwangspsychiatrie.

So auch dieses Jahr: Wir versammeln uns um 14.30 Uhr in der Tiergartenstr. 4, ziehen zur DGPPN Zentrale Reinhardstr. 29 und weiter zur Bundesgeschäftsstelle der FDP, Reinhardstr. 14, in deren Hand das Bundesjustizministerium ist. Motto: Gewaltfreie Psychiatrie! – Weg mit § 63!

DGPPN: Zwang und Gewalt besessen

Als PDF zum Ausdrucken

Gemeinsame Presseerklärung vom dem BPE bpe-online.de und die-BPE die-bpe.de:


Gewaltfreie

Psychiatrie!

Unter diesem Titel haben sich die beiden bundesweiten Organisationen Psychiatrie-Erfahrener zu einer Koalition gegen Zwangspsychiatrie und Kampagne für eine gewaltfreie Psychiatrie jetzt zusammengetan. Denn der Versuch eines Dialogs mit der Psychiatrie bzw. deren bundesdeutscher Fachgesellschaft DGPPN,* darüber, wie endlich die Normen der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) einer gewaltfreien Psychiatrie zu erfüllen sind, ist gescheitert. Die Deutsche Psychiatrie hält verbissen an Zwang und Gewalt fest, um die Menschenrechte zu verweigern, die seit 2009 aufgrund der ratifizierten UN-BRK in Deutschland in einer Gewaltfreien Psychiatrie! verwirklicht werden müssen.

Dabei erweist sich die DGPPN nicht mehr als selbstständig handelnd, sondern agiert wie von der World Psychiatric Association (WPA) gleichgeschaltet, um die in der UN-BRK ausbuchstabierten Menschenrechte zu beugen. Die WPA hat in dem Editorial ihres WPA Journals 2/2019 vorgegeben, dass: „Die UN-Behindertenrechtskonvention zu ignorieren, neu zu interpretieren oder zu ändern“ ist und dass die psychiatrischen Fachgesellschaften die Regierungen dazu bewegen sollten, „das Übereinkommen zu ignorieren“**

Am 23.7.2021 haben wir die DGPPN erstmals aufgefordert, mit uns gemeinsam, aber gleichberechtigt eine Tagung mit dem Titel Gewaltfreie Psychiatrie! zu gestalten und auszurichten, denn es kann nach der Veröffentlichung des Konzepts von Martin Zinkler und Sebastian von Peter (siehe: https://tinyurl.com/martinzinkler)*** nur noch um das Wie der gewaltfreien Psychiatrie gehen, wie sie politisch mit der Abschaffung der psychiatrischen Sondergesetze gesetzlich durchzusetzen ist, nicht mehr um das Ob. Auf deren ausweichende Antwort vom 18.8. haben wir am 3.9. eine präzise Antwort nachgefragt. Am 8.9. wurde unser Vorschlag wiederum abgelehnt und versucht, eigene hegemoniale Vorstellungen dagegen zu setzen. Am 20.11. forderten wir die DGPPN auf, in ihren Gremien zu beschließen, wie die Umsetzung in täglicher Praxis vollzogen wird, so dass sich die Psychiatrie für die Zukunft moralisch unschuldig macht und konform mit den Menschenrechten wird, wie sie in der UN-BRK ausbuchstabiert sind.

Die Geduld ist nun zu Ende, wir sind so zu keiner Beteiligung an irgendeiner Veranstaltung der DGPPN in angeblich „Trialogischem Format“ mehr bereit, da die DGPPN am 24.2. nur nichtssagend und arrogant geantwortet hat.

Die Verantwortlichen und in der deutschen Psychiatrie Herrschenden wollen Gewalt ausüben, auch wenn sie unvereinbar mit den Menschenrechten geworden ist. Es gibt keine Entschuldigung mehr, dass sie Gewalt ausüben „müssten“, Nein sie wollen gewalttätig sein. Dies mag manche überraschen, hat sich aber schon 2018 in unserer gemeinsamen Umfrage bei nahezu allen deutschen Psychiatrien mit geschlossenen Abteilungen angedeutet. Der Titel von deren Auswertung: Psychiatrie – merkbefreit und lernresistent. Sie ist frei zugänglich.**** Diesen Willen zur Gewalt der Zwangspsychiatrie hat Michel Foucault ein Kerkersystem mit Folterregime genannt.

Wir bitten darum, unsere Online-Unterschriftensammlung zu unterzeichnen und durch Weiterverbreitung zu unterstützen: www.tinyurl.com/gegenZwang
____________________________

* Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
** https://docs.wixstatic.com/ugd/e172f3_71d7c75219fb432c9cd2a13c304ec3de.pdf Editorial Seite 1+2
*** veröffentlicht in der Fachzeitschrift Recht & Psychiatrie 4/2019 Seite 203 – 209
**** siehe hier: http://www.die-bpe.de/umfrage_2018.html

Offener Brief an die DGPPN

Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Geschäftsstelle:
Vorbergstr. 9a, 10823 Berlin
www.die-bpe.de
die-bpe@berlin.de

An
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN)
Reinhardtstraße 29
10117 Berlin

Donnerstag, 10. März 2022

O f f e n e r   B r i e f

Sehr geehrter Herr Prof. Thomas Pollmächer,
Sehr geehrter Herr Prof. Andreas Heinz,
Sehr geehrter Herr Prof. Andreas Meyer-Lindenberg,

Herr Prof. Pollmächer, Sie unterschrieben am 24.2.2022 einen Brief im Namen der DGPPN, den sie strikt untersagten, zu veröffentlichen. Zuerst sahen wir Ihre Absage nur als nichtssagend und wegen der Behauptung, sie hätten erst jetzt nach 3 Monaten durch unserer Erinnerungsschreiben „bemerkt“, dass wir eine Antwort erwarten würden, als ausgesprochen arrogant und herablassend. Inzwischen haben wir von Kollegen von Ihnen erfahren, dass sie sich für diesen Brief fremdschämen und wir haben uns genauer mit den Vorwänden für die Absage beschäftigt. Im Einzelnen:

  • Das Veröffentlichungsverbot sagt beinahe schon alles darüber, was für Böses Sie bzw. Ihre Gesellschaft im Schilde führen. Das Licht der Öffentlichkeit darf darauf genauso wenig fallen, wie das auch bei anderen Verbrechen versucht wird zu unterbinden. Wir werden uns im Weiteren daran halten und den Brief nicht veröffentlichen, aber auszugsweise zitieren. Wer ihn vollständig lesen will, möge ihn bei der DGPPN Geschäftsstelle anfordern.
  • „…die DGPPN [wird] ganz grundsätzlich auch keinen der von Ihnen vorgeschlagenen Beschlüsse [für eine gewaltfreie Psychiatrie] fassen…“.
    Das ist ein klares Bekenntnis dazu, dass sich die DGPPN außerhalb der Gemeinschaft der Völker stellt, wie sie sich in der UN verfasst hat und außerhalb der Werte dieser Gemeinschaft, die sich in der von der UN-Vollversammlung beschlossenen UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hinsichtlich der Menschenrechte insbesondere auch Psychiatrie-Erfahrener Menschen festgelegt hat. Für die Klarheit durch diese Positionierung und Selbstdarstellung danken wir Ihnen. Wir werden nicht müde werden, das bekannt zu machen.
  • …solche Veranstaltungen [müssen] für alle Perspektiven und Meinungen offen sein…“.
    Jetzt wissen wir, was Sie wollen: Für Sie ist entscheidend, dass unsere Selbstbestimmung von allen möglichen Perspektiven und Meinungen in Zweifel gezogen werden können soll. Die Selbstbestimmung ist bei informed consent, wie er sonst in der Medizin Erwachsener verbindlich ist, unhinterfragbar. Aber sie wollen für eine gemeinsame Veranstaltung vorschreiben, dass Angehörige, Sozialarbeiter, Vormünder – irreführend beschönigend als „Betreuer“ bezeichnet, Richter, Pharmakologen, Quacksalber, etc. dabei mitmachen müssten. Das zur Bedingung einer Veranstaltung zu machen, in der es um die Selbstbestimmung der uns eigenen Körper und Seelen und unsere Würde geht, um nicht mehr ihrem Zwangs- und Gewaltsystem mit einem Folterregime ausgeliefert zu sein, ist nicht nur absurd, sondern infam. Sie haben genauso wenig von der grund-  und menschenrechlich geschützten Freiheit zur Selbstbestimmung verstanden, wie z.B. die Menschen, die meinen, eine Verheiratung müsse auch in Deutschland durch die Familie erzwungen werden können.

So wird Ihre Absage zu einer Demonstration ihrer psychiatrischen Ethik- und Moralvorstellungen, die nicht die der Medizin sind, sondern von patriarchalen Erwartungen der Unterwerfung und Entwürdigung unter die hegemoniale Herrschaft eines psychiatrischen Netzwerks geprägt sind. Dieses weltweite Racket, wie Max Horkheimer* solche Verflechtungen genannt hat, hat sich bei der Psychiatrie in der World-Psychiatric Association (WPA) gespannt. Als eine „Verschwörung“ wird von dem Präsident deren Ethik-Ausschusses, Prof. Paul Appelbaum, phantasiert, wie die UN-BRK entstanden sei **:
„Kurz gesagt, die Schuld liegt bei einem Entwurfsprozess, der von einigen der radikalsten Elemente der Patientenrechtebewegung gekapert wurde, ….“
Wenn wir dem verleumderischen Jargon psychiatrischen Diagnonsens glaubten, dann wäre die WPA  in einem typisch „paranoiden“ Weltbild gefangen. So ist es einfach nur ein wirklich billiger Versuch der politischen Manipulation, den die DGPPN sich offenbar zu eigen machen will. Arrogant-autoritär, herablassend demokratische Regierungen belehrend, wird dann gewähnt: „Die Schuld liegt auch bei den vielen Regierungen auf der ganzen Welt, die die CRPD [UN-BRK] gedankenlos ratifiziert haben, ohne ihre Auswirkungen zu bedenken.“

Auch das werden wir nicht müde werden, bekannt zu machen.

Hochachtungsvoll
(für den Vorstand von die-BPE:  René Talbot           und            Uwe Pankow)
————
* Krankheit und Kriminalität – Die Ärzte- und Medizinkritik der kritischen Theorie, von Carl Wiemer: https://tinyurl.com/carlwiemer
**  World Psychiatry – Official Journal of the World Psychiatric Association (WPA,) Editorial Seite 1,  https://docs.wixstatic.com/ugd/e172f3_71d7c75219fb432c9cd2a13c304ec3de.pdf