Gutachten-Terror zur Vertuschung eines Polizeiübergriffs

goeschWieder gibt es einen Beweis, wie wichtig es ist, eine PatVerfü gemacht zu haben, um vor psychiatrischen
Terror-Gutachten
geschützt zu sein:
Ein junger Mann wird bei einem Polizeieinsatz fast erschossen. Anschließend versucht die Justiz alles, um ihn in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Die Grundlage für die Zwangseinweisung bildet das Willkür-Gutachten der Psychiaterin J., die von Staatsanwalt M. dazu beauftragt wurde. Schon eine Woche nach der Tat und ohne je mit dem Verletzten gesprochen zu haben, diagnostiziert sie: Er leide vermutlich an einer Psychose, sei gefährlich für die Öffentlichkeit und müsse deswegen einstweilig in einer Anstalt untergebracht werden.
Die Taz berichtet am 6.12. ausführlich und detailliert von dem Skandal:

Zitat daraus:

Anfang September erfährt die Familie, dass Martin P. erneut psychiatrisch begutachtet werden soll. Es gehe um die Frage, ob bei ihm die Voraussetzung für eine Unterbringung in einer Psychiatrie vorliege – die Frage, die bereits von diversen Gutachten, Medizinern und Psychiatern verneint wurde

Aber bei welchem psychiatrischen Diagnonsens könnte durch eine weiteres psychiatrisches Wortgestöber nicht auch dessen Gegenteil behauptet werden? Dagegen hilft nur die PatVerfü!

Forensik ist ein Justitzirrtum an sich

63_stgb_thumbForensik – Bonner Landgericht:
Justizirrtum: Viereinhalb Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie”

Zitat aus dem Bericht vom 12.12.:
Bonn.  Es ist ein erbärmlicher, ein beschämender Anblick: Der junge Mann auf der Anklagebank ist völlig aufgedunsen, bewegt sich in Zeitlupe und muss sich ständig den Speichel aus den Mundwinkeln wischen. Der 26-Jährige ist von Psychosemitteln, die er täglich in einer psychiatrischen Klinik bekommt, völlig zugedröhnt; laut Gutachter werden ihm gleichzeitig sieben verschiedene Neuroleptika verabreicht. Vor viereinhalb Jahren, am 17. März 2010, hatte das Bonner Amtsgericht wegen einer psychotischen Episode und vermeintlicher Gefährlichkeit die Unterbringung angeordnet. „Völlig zu Unrecht“, wie die 1. Große Strafkammer des Bonner Landgerichts gestern feststellte.”

Zwar wurde in diesem Fall die psychiatrische Freiheitsberaubung auf die offene Gefängnisstrafe angerechnet, aber wie wurde die durch diese Entscheidung illegale Körperverletzung entschädigt, die eine zu erduldende Zwangsbehandlung ist?

2011 wurde im Tagesspiegel darüber berichtet, wie es einem gelang, mit der Behauptung, bei der forensischen Begutachtung “Psychose” simuliert zu haben, statt in einer Forensik mit Zwangsbehandlung unbefristet zu schmoren, in einen normalen Knast eine – befristete – Strafe abzusitzen:

Gutachter-Terror – das BVerfG setzt Grenzen

bundesverfassungsgerichtDas Bundesverfassungsgericht hat unter dem Zeichen 1 BvR 1178/14 am 19. November 2014 psychologischen Gutachtern und deren gläubigen Richtern kräftig auf die Finger geklopft. Damit hat es Eltern den Rücken gestärkt, denen das Jugendamt ohne Not ein Kind wegnimmt. Die FAZ berichtet am 3.12. darüber:

“Jugendamt und Sorgerecht.
Warum ohne seine Tochter?
Ein Fall statuiert ein Exempel.”

Das BVerfG stellt fest: Eltern sind Schicksal und Lebensrisiko ihrer Kinder – und sollen es bleiben. Psychologischen Vorstellungen einer Optimalisierung von Erziehung wird so eine höchstrichterliche Absage erteilt.

Bericht des Protest gegen DGPPN Kongress in der FAZ !

Demo vor DGPPN-Kongress - Berlin Nov 2014 (4)Über unseren Protest gegen den DGPPN Kongress wird inzwischen sogar in der Mainstream-Presse in einem Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7.12. berichtet:

„Das nächste große Thema der Stigmaforschung ist die strukturelle Stigmatisierung“, sagt Schomerus. Damit ist die praktische Seite der Stigmatisierung und Diskriminierung psychisch Kranker gemeint: nicht das, was in den Köpfen der Menschen geschieht. Sondern das, was in Gesetzen festgeschrieben wird oder was Behörden anordnen.
Dass die strukturelle Stigmatisierung nicht nur für die kleine Handvoll deutscher Stigmaforscher ein wichtiges Thema ist, zeigte sich auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin in der vergangenen Woche. Gleich am ersten Kongresstag, im Morgengrauen vor der Glasfront des Kongresszentrums City Cube, drückt ein freundlicher Mann den Teilnehmern ein Blatt in die Hände: „Weg mit Paragraph 63 StGB“ steht in fetten Buchstaben oben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener protestiert mit dem Flyer dagegen, dass Straftäter mit einer psychiatrischen Diagnose als schuldunfähig eingestuft werden und ihre Haftzeiten regelmäßig länger ausfallen als die vergleichbarer schuldfähiger Täter.”

Auch wenn der Autor des Artikels vergessen hat zu erwähnen, dass wir gegen den § 63 protestieren, weil er durch die Behindertenrechtskonvention sogar illegal geworden ist, freut uns dieser Bericht sehr.
Er passt gut zu der Kritik am psychiatrischen Wortgestöber, die Gerhard Strate in seinem inzwischen erschienen Buch “Der Fall Mollath” dokumentiert. Wir werden demnächst eine Rezension veröffentlichen, können aber jetzt schon sehr den Kauf dieses Buches empfehlen.

Anti-DGPPN Demo 2014

63_stgb_thumbSeit Mittwoch 26.11.2014 ist die versammelte PsychiaterInnen-Gilde bei ihrem Jahreskongress in Berlin darüber informiert, dass der § 63 illegal ist. Wir konnten 1500 Flugblätter vor dem Eingang verteilen – so wissen sie wie wir, dass die forensische Psychiatrie ein Verbrechen geworden ist, weil sie die Behindertenrechtskonvention verletzt, die am 1.1.2009 in der BRD Gesetz geworden ist.
Ohne mit der Wimper zu zucken, begeht diese gewissenlose Gilde weiter ihre Menschenrechtsverbrechen.
Bilder der Demo hier.
Verteilte Infos hier.

Übrigens: Zu ihrem Kongress laden die Psychiater inzwischen nur noch “Nutzer” aus der Schweiz ein. Sie scheinen inzwischen auch mit dem BPE ein Problem zu haben. Diese Entwicklung freut uns sehr :-)
Das ist das Ende von angeblich “subjektorientierter” Psychiatrie und “Trialog”-Schwindelei:
Nun ist offensichtlich – Psychiatrie ist nackte Gewalt!

Buchempfehlung

Strate_front_kleinWer noch Zweifel haben sollte, der lese das in kürze erscheinende Buch
von Gerhard Strate:
Der Fall Mollath
Vom Versagen der Justiz und Psychiatrie
Eine vernichtende Abrechnung.
Die deutsche Gerichtsbarkeit erfreute sich bislang höchsten Ansehens. Mit dem Fall des Gustl Mollath hat sich dies geändert. Für viele hat seine Geschichte das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit deutscher Strafprozesse ernsthaft beschädigt. Der Hamburger Rechtsanwalt Gerhard Strate war im Wiederaufnahmeverfahren Verteidiger Gustl Mollaths. Sein Buch ist nicht nur die kritische Zusammenfassung eines unglaublichen Rechtsfalles, sondern vor allem die scharfe Abrechnung mit übermächtigen Gutachtern, selbstgerechten Richtern und einer nachlässigen Rechtsfindung, die jeden von uns genauso treffen könnte.
Es beweist beispielhaft, wie schierer Diagnonsens die Grundlage der Forensik ist, der zur willkürlich und regelmäßig unverhältnismäßig langen Einsperrung mit dem Terrorregime der immer drohenden Folter durch Zwangsbehandlung führt, und wie dieses System unmöglich “kontrolliert” werden kann. Denn die Ober-Koryphäen, die universitären Lehrer dieser Märchen-“Wissenschaft”, sind genauso ahnungslos, wie es die Astrologen sind, wenn sie in den Himmel schauen, um die Zukunft zu prognostizieren.
Für 19,95 € zum Beispiel hier bestellen (auch als Weihnachtsgeschenk sehr gut geeignet, da flott geschrieben).

ZDF berichtet über die Zwangspsychiatrie

Am 11.11.2014 wurde im ZDF in Frontal 21 ein Bericht über das Kerkersystem mit Folterregime gesendet, wie Michel Foucault die Zwangspsychiatrie nannte. Mit

  • Bildern von Ilona Haslbauer in Freiheit, die von ihrer 7 jährigen Gefangenschaft, Isolationshaft, Fixierungen, Demütigungen und Entwürdigungen aus nichtigem Anlass berichtet.
  • Nina Hagen, die auf der Bühne im Berliner Ensemble “Weg mit dem § 63″ fordert und Gedichte von Ilona vorträgt,
  • den haarsträubenden Ausreden eines grausamen Forensik-Chefarztes verantwortlich für bis zu 60 tägige Fixierung,
  • und dem arroganten Schweigen einer verantwortlichen Ministerin.

Dieser Betrag wird hier mit den wichtigsten Ausschnitten zitiert:

“Deutschland deine Künstler”

Nina_Hagen_miniAm Sonntag, 16.11. um 23.30 Uhr wird in der ARD in der Reihe “Deutschland deine Künstler” Nina Hagen porträtiert!
Dabei werden auch Ausschnitte von unserem letzten T4 Umzug am 2. Mai im Fernsehen gezeigt.
Neben vielen interessanten Bildern, Interviews und Berichten über Nina, bekommt damit erstmals ein großes Publikum auch unseren Protest gegen das geplante Berliner PsychKG zu sehen:

Berliner Senat will mit
Gestapomethoden
seine Psychiatrien beliefern !

Danke Nina, dass Du Dich so einsetzt, die PatVerfü beschirmst und so großartig mit uns kooperierst!
In Youtube ist der Film hier zu finden (ab Minute 35 Bilder vom T4 Umzug 2014).

Politik und Pädagogik

WeglaufhausKritik an der Praxis des Weglaufhauses von einem ehemaligem Mitarbeiter

Auch wenn wir nicht mit allen darin vertretenen Meinungen übereinstimmen, halten wir die Kritik von Stefan Lange für einen wichtigen Text, der gut begründet ist und der auch öffentlich diskutiert werden sollte. Der Titel seiner Schrift ist “Politik und Pädagogik” und im Internet hier zu finden: www.anti-psychiatrie.de/politik_und_paedagogik.html

Zitate draus:

…Zur Schreibweise: Ich verwende “Antipsychiatrie” und “antipsychiatrisch” für die Neue Antipsychiatrie, sowie “Anti-Psychiatrie” und “anti-psychiatrisch” für die alte, bzw. ursprüngliche Anti-Psychiatrie….

…Wer die Geschichte der Professionalisierung des Weglaufhauses als die Geschichte einer unechten Alternative zur Psychiatrie, als eine des Scheiterns aus konzeptioneller Selbstwidersprüchlichkeit erzählt, setzt sich automatisch dem Vorwurf des Ideologischen und des Zynismus aus. Dieser Vorwurf markiert das Zentrum der zu Beginn angesprochenen Spaltung der Selbsthilfegruppe und ist damit in der Gründungsidee der Neuen humanistischen Antipsychiatrie und des Weglaufhauses tief verankert….

….Der Zynismus-Vorwurf der Neuen und humanistischen Antipsychiatrie basiert auf dem moralischen Argument, die personenbezogene Hilfe sei der Gesellschaftskritik kategorisch vorzuziehen – dieses Argument lässt sich aber genauso umkehren: Weil auch der Wunsch nach Fremdbestimmung, z.B. als Wunsch nach Versorgung bei Erschöpfung, zu respektieren ist, liegt der eigentliche Zynismus nicht in der Gesellschaftskritik der ursprünglichen oder alten Anti-Psychiatrie, sondern darin, dass die Neue Antipsychiatrie die Probleme, deren gesellschaftliche Bedingungen sie nicht mehr interessieren, mit Mitteln lösen muss, die ihren eigenen Grundsätzen widersprechen – was nicht erfolgreich ist und nicht sein kann. Neben unveränderten Bedingungen hat dies also eine Verschlechterung der emotionalen, rechtlichen und materiellen Lebenssituation der Betroffenen zur Folge. …

…Dass moralische Argumente einen ideologischen Antagonismus markieren und sich beliebig funktionalisieren lassen, war eines der zentralen Argumente der Anti-Psychiatrie, um den repressiven oder disziplinierenden Kern der Humanistischen Psychiatrie aufzuzeigen: Es macht keinen Sinn, einen moralischen Wettlauf mit der Psychiatrie um die humanere Hilfe aufzunehmen, weil Psychiatrie kein moralisches, sondern ein gesellschaftspolitisches Problem, ein Problem realer Interessen ist, in deren Dienst jede Moral und Pädagogik einzutreten hat. Die Doppelzüngigkeit der moralischen Argumentation, die aus dem anfänglichen Zögern den Schritt zur Realisation des Weglaufhauses begründete, begründet zugleich einen systematischen Selbstwiderspruch.

Das Kriterium für Unechtheit ist der systematische Widerspruch mit den eigenen Grundsätzen. Diese Variante des Widerspruchs ist keine logische oder formale, sondern die einzige inhaltliche, umgangssprachlich auch als “Unglaubwürdigkeit” oder “Heuchelei” bekannt. Die vielfachen strukturellen Bedingungen für die Dynamik eines solchen Selbstwiderspruches haben sich meiner Erfahrung nach in der mittleren Phase des Berliner Weglaufhauses, den Jahren um das 10-jährige Bestehen, deutlich herauskristallisiert. …

…Ich begreife Anti-Psychiatrie als soziale Bewegung und eine Bewegung braucht ein Ziel außerhalb ihrer selbst, sonst dreht sie sich im Kreise, verzweifelt um Selbsterhalt bemüht, des Selbstbewusstseins aber beraubt. Eine soziale Bewegung – hier lässt mir der Respekt vor der Grammatik keine Wahl – die sich anti- formiert und formuliert, strebt nach Verhältnissen, die sie selbst überflüssig machen. Dieses Streben kann sich auch in Alternativen ausdrücken, wenn diese Ziele außerhalb ihrer Selbsterhaltung und der Vermarktung verfolgen: Eine Realisierung von Alternativen zur Psychiatrie sollte die Veränderung der Realität nicht aus den Augen verlieren. …

….Ob eine Entkopplung von der Anti-Psychiatrie das Weglaufhaus zu einer echten Alternative zur Psychiatrie machen würde, ist die Frage, die zwischen den Zeilen steht: Dass schon die Umorientierung und Reduktion auf pädagogische Fragen personenbezogener Hilfen, durch die sich die Neue und humanistische Antipsychiatrie formiert hat, als konsequente Fortsetzung der Ausbreitung und Modernisierung der Psychiatrie verstanden werden kann, hat sich m.E. im Prozess der Absorption auf vielfältige Weise gezeigt: Weil Psychiatrie und Pädagogik auch im 20. und 21. Jahrhundert das Tandem bilden, das sie im 18. und 19. gebildet haben, zeigt die konzeptionelle Ausrichtung des Weglaufhauses schon von vornherein eine Affinität zur Funktion der modernen Psychiatrie. …

…Die Fremdbestimmung des Weglaufhauses, der ehemals Autonomen Selbsthilfegruppe Psychiatrieerfahrener, hat einen Teil der sozialen Bewegung, zu der ich mich zähle und in der ich mich austausche, offensichtlich in schwierige Konflikte gebracht: V.a. den der Hilflosigkeit, resultierend aus der Unklarheit der Bedeutung der Psychiatrieerfahrung für das Weglaufhaus, die aus der Praxis nicht evident wird. Das Weglaufhaus ist nicht durch die Vielstimmigkeit der Psychiatriebetroffenen an seinen konzeptionellen Ambitionen gescheitert, sondern weil es diese in einem genuin anderem Sinn, nämlich dem des Pädagogischen zu binden versucht hat. …

….Der Verein zum Schutz vor psychiatrischer Gewalt e.V. kann meiner Einschätzung nach seine Potenziale nur wiedergewinnen, indem er die Setzung einer emanzipativen Realität wieder in Anspruch nimmt und seiner Aufgabe als Trägerverein des Weglaufhauses gerecht wird. …

Dieser kleine Ausschnitt an Zitaten soll nur Appetit machen, den ganzen Text zu lesen, der gespickt mit Fussnoten zeigt, dass der Autor das Denken mit philosophischem Tiefgang gelernt hat: www.antipsychiatrie.de/politik_und_paedagogik.html

Stefan Langes Aufforderung zur “Setzung einer emanzipativen Realität” hat das Plenum des Werner-Fuss-Zentrum so verstanden, wie es im folgenden, von seinem Plenum beschlossenen, Kommentar zum Ausdruck kommt:

Produktive Antwort auf die Kritik der Weglaufhauspraxis von Stefan Lange – eine Anregung

Es ist unserer Ansicht nach jetzt ein guter Zeitpunkt, statt in Abwehrhaltung gegen diese Kritik zu verfallen, sie produktiv zu wenden und OHNE ein „weiter so“ eine neue Phase des Weglaufhauses zu beginnen.

Dabei müsste in die Offensive gegangen werden:
Das Weglaufhaus soll seinem Begriff gerecht werden und JETZT von den Zuwendungsgebern verlangen:

•  Die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) sowie die UN-Antifolterkonvention stellen alle zwangspsychiatrischen Massnahmen illegal

•  Das Weglaufhaus sieht seine Aufgabe darin insbesondere denen zu helfen, die aus noch bestehenden Zwangseinrichtungen entflohen sind.

•  Wenn der Zuwendungsgeber dies nicht einsehen sollte, sondern nur die psychiatrischen Verbrechen der Körperverletzung und Freiheitsberaubung weiter unterstützen will, dann verweigern wir (Weglaufhaus) die Kooperation mit dem sozialpsychiatrischen Dienst.

•  Wenn das mit einer Verweigerung der Mittel der Zuwendungsgeber beantwortet werden sollte, werden alle möglichen Anstrengungen unternommen, die verbrecherische Politik des Senats öffentlich zu machen und schlimmstenfalls solange auf Mittel und neue Bewohner zu verzichten, bis dieses Ziel erreicht ist.

•  Im Gegensatz zum Jahr 1996 besteht nun die BRK und damit die legitime (wenn auch noch nicht Mehrheits-) Rechtsauffassung, dass Zwangspsychiatrie ein Verbrechen ist.

Wir halten es deshalb für einen besonders guten Zeitpunkt, JETZT diese neue Phase zu beginnen, weil die Senatsverwaltung für Gesundheit ein neues PsychKG als Gesetzesnovelle ausgearbeitet hat, in der sogar nicht davor zurückgeschreckt wird, mit Gestapomethoden gegen irgendwie als „geisteskrank“ gewähnte oder denunzierte Mitbürger vorzugehen.

Das Plenum des Werner-Fuss-Zentrum am 5.11.2014

Erzwungene “Rechtliche Stellvertretung ist mit der BRK prinzipiell nicht vereinbar”

degener„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“

Auch RechtsprofessorInnen können mal falsch liegen und sich später korrigieren.
Besonders charmant hat das Frau Prof. Theresia Degener getan, die die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) mit ausgearbeitet hat und nun als Mitglied des Genfer UN-Fachausschuss dessen ersten allgemeinen Kommentar mit ausgearbeitet hat, siehe Seite 1 hier.
Zitat:

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ Diesen Aphorismus von Francis Picabia erlebte ich in dieser Zeit praktisch. Meine Position wechselte von „Rechtliche Stellvertretung sollte die Ausnahme bleiben“ zu „Rechtliche Stellvertretung ist mit der VN-BRK prinzipiell nicht vereinbar“. Diese Auslegung des Artikel  12 VN-BRK entspricht dem Menschenrechtsmodell von Behinderung, wonach Menschenrechte nicht an mentale, psychische oder körperliche Funktionsfähigkeiten geknüpft werden dürfen.

Endsprechend macht sie sich auf Seite 5 ihres Berichtes hier diese völlige Abschaffung der Zwangspsychiatrie zu eigen.
Zitat:

So wie Artikel 12, 14 und 17 VN-BRK die radikale Abkehr von Stellvertretung, Zwangsunterbringung und Zwangsbehandlung verlange, so fordere Artikel 24 die radikale Abschaffung jeder Form von Segregation im Bildungssystem

Dieses öffentliche Bekenntnis zur Unvereinbarkeit der Zwangspsychiatrie wie Zwangs”betreuung” mit der BRK und die daraus logisch folgende Forderung nach Abschaffung aller psychiatrischen Sondergesetze freut uns sehr! Wir hatten das schon 2007 so gesehen.