Berliner Bezirksbürgermeisterin: Gewaltfreie Psychiatrie – Ja!

Monika HerrmannDie Bezirksbürgermeisterin und gleichzeitig Gesundheitsstadträtin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, sagte am 23.6.2015 bei einer öffentlichen Veranstaltung des Kreisverbandes der Grünen:
Gewaltfreie Psychiatrie: Ja!
(Sie bestätige auf eine Nachfrage, dass sie mit dieser Aussage auch gerne zitiert werden kann. )

Damit hat sich in Berlin erstmals eine Politikerin mit einer bedeutenden Funktion in der Administration der Stadt öffentlich und klar gegen die Zwangspsychiatrie gestellt!
Dass die Bezirke in Berlin in der Verantwortung stehen, steht in der Rahmengeschäftsordnung für die Steuerungsgremien Psychiatrie in den Berliner Bezirken (RGO-SGP), § 1 (2) Zitat:

1. Der Bezirk trägt als Pflichtversorgungsregion Verantwortung für die Ausgestaltung des regionalen psychiatrischen Hilfesystems…

Da Frau Herrmann als Gesundheitsstadträtin auch oberste Chefin exekutiver Gewalt der Gesundheitsbehörden in Friedrichshain-Kreuzberg ist, kommt ihrer Aussage eine ganz besondere Bedeutung zu. In ihrer Aussage kann einerseits ein erster Schritt auf dem Weg zu den vor einem Jahr in Pankow vorgestellten „Alternativen zur Psychiatrie“ gesehen werden, wie es eine klare Absage an die geplante Novelle des PsychKGs von Securitate Senator Mario Czaja ist.

Interview: Selbstbestimmung durch PatVerfü?

coverIn der Juniausgabe von CONTRASTE, der Monatszeitung für Selbstorganisation, wurde ein Interview veröffentlicht, das Anne Seeck mit René Talbot geführt hat:
Selbstbestimmung durch PatVerfü?

Wir haben es hier online gestellt.

Bachelorarbeit von Julia Sättler

Julia_SaettlerWir freuen uns, dass wir die Bachelorarbeit von Julia Sättler zum Thema:
Ethische Grenzgänge zwischen psychiatrischen Zwangsmaßnahmen und Patientenverfügung:
Eine Herausforderung (auch) für die Soziale Arbeit
veröffentlichen dürfen: Julia_Saettler_Bachelorarbeit.
15 Jahre nach unserer Veröffentlichung der Diplomarbeit von Frank Wilde „Soziale Arbeit mit Verrückten – im Spannungsfeld von Psychiatrie und Antipsychiatrie“ zeigt diese exzellente Arbeit von Frau Sättler in der Draufsicht, wie sich seit dem Foucault Tribunal in der Sozialarbeit der Diskurs auf Menschenrechte verschoben hat und welche Fortschritte die Konzentration auf diesen Ansatz gebracht haben, die wir insbesondere durch die beiden Tribunale forciert haben. Link hier anklicken: Julia_Saettler_Bachelorarbeit
Kontakt zu Frau Sättler: julia.saettler [ät] gmx.ch

‚Ich bin Gert Postel – Du bist Gert Postel – Ihr seid Gert Postel‘

Ein Youtube-Video live von der Party von „Pilz“ aus Anlass der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Beef“ in Berlin gibt es hier:

Die Facebook Kommentare dazu kann man hier nachlesen.

Die Taz berichtete darüber am 19.6.:

Der Gerappte
Als Titelschwindler und Arzt-Imitator ist Gert Postel ein Meister seines Faches. Im Gegensatz zu episodenhaften Erfolgen vom Schlage eines Hauptmanns von Köpenick beweist er die potenzielle Nachhaltigkeit von Hochstapelei: Es ist schon 33 Jahre her, dass Postel, der in Bremen als Postschaffner arbeitete, als Dr. Dr. Bartholdy eine ärztliche Karriere im Flensburger Gesundheitsamt begann, bei der er zum leitenden Oberarzt avancierte und zahlreiche Fachgutachten für Strafprozesse verfasste. Dennoch wird er nach wie vor als schillernde Galionsfigur der Anti-Psychiatrie-Bewegung hochgehalten – und nun mit einem Youtube-Rap repopularisiert.

„Ich hielt es nicht für nötig in der Hauptschulklasse aufzupassen, oder mich für Hausaufgaben aufzuraffen“, legt Rapperin Pilz los, die dabei mit Briefträger-Jacke durch die Straßen läuft, die Klamotten auf den Boden pfeffert und verkündet: „Ich wurde Facharzt, egal ob ich das kann. Ein paar nervenkranke Patienten mit Medikamenten zu behandeln, das ist gar nicht so schwer.“ Dazu Beats, Elektro-Gepiepe und Pilz‘ leicht schrille Stimme, die den Refrain rappt: „Ich bin Gert Postel, ich bin Gert Postel.“

Das Video ist erst wenige Tage im Netz, aber schrammt schon an der 40.000er-Klickmarke: Eine jüngere Generation entdeckt ihren Postel und rezipiert den hochbegabten Hochstapler als eine Art Robin Hood der Moderne, als „Psychiatrie-Entlarver“ und Konterkarierer gängiger Karriere-Mechanismen.

Der echte Postel, seit gestern 57 Jahre alt und als Privatier in Tübingen damit beschäftigt, „Bildungslücken zu schließen“, hat sich mit Pillen und Spritzen wohlweislich zurückgehalten, das sagt er zumindest selbst. Schließlich steht ihm am Beispiel seiner Mutter vor Augen, wie fatal und verantwortungslos falsche Medikationen sind. Der neue Netz-Ruhm behagt ihm trotzdem: „Solche Würdigungen muss man huldvoll entgegennehmen“, sagt er der taz

Demo für die Freilassung von Gianfranco und gegen § 63

63_stgb_thumbAufruf von die-BPE:

Am Montag 22.6. ab 11 Uhr demonstrieren wir vor dem Landgericht Berlin, Turmstr. 91 in Berlin Moabit
für die Freilassung von Gianfranco und gegen § 63 StGB. (Die Veranstaltung ist bei der Polizei angemeldet.)
Um diese Zeit findet bei der Strafvollstreckungskammer im Gericht die nichtöffentliche Anhörung für eine weitere Verlängerung der inzwischen 18 jährigen Forensik-Terrorhaft von Gianfranco Belli statt (wir berichteten).
Sie zeigt, welcher Terror der § 63 ist, der die Menschenrechte und die grundgesetzlich garantierte Verhältnismäßigkeit medizinischer Willkür preisgibt.
Deswegen demonstrieren wir gleichzeitig gegen das geplante Schein’reförmchen‘ des § 63 StGB, das das Bundesministerium der Justiz in einem Referentenentwurf am 4.6.veröffentlicht hat:
„Gesetzes zur Novellierung des Rechts der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gemäß § 63 des Strafgesetzbuches“.
Das BMJV hat Verbänden eine Frist zur Stellungnahme bis zum 31.7.2015 eingeräumt.

Alle, die sich eine tatsächliche Reform erhofft hatten, können Ihrem Entsetzen Ausdruck verleihen – am Besten gleich mit Briefen an die Mitglieder des Rechtsausschusses des Bundestags.

Gert Postel Rap von ‚Pilz‘

Gert Postel ganz aktuell interpretiert – mit dem Gert Postel Rap von „Pilz“ bei Youtube:

Obwohl erst ganz kurz im Internet wurde es schon über 38.000 mal angesehen.
Unbedingt anschauen und weiterempfehlen, wie psychiatrischer Dünkel künstlerisch der Lächerlichkeit preisgegeben wird: Jede/r kann Gert Postel sein.
Bericht darüber in der Taz vom 19.6.: Der Gerappte
Zitat: „..Eine jüngere Generation entdeckt ihren Postel und rezipiert den hochbegabten Hochstapler als eine Art Robin Hood der Moderne, als „Psychiatrie-Entlarver“ und Konterkarierer gängiger Karriere-Mechanismen…“ Link

Gianfranco Belli – 18 Jahre in Terrorhaft

Gianfranco_BelliPresseerklärung:
Gianfranco Belli – 18 Jahre in Terrorhaft

Seit 18 Jahren wird Gianfranco Belli in der Berliner Forensik festgehalten und durch Psychodrogen terrorisiert. Dabei hatte er sich 1997 nur die Straftat einer Sachbeschädigung in Tateinheit mit einer Bedrohung zuschulden kommen lassen, für die man im Regelvollzug im Höchstfall 2 Jahre seine Freiheit verlieren kann.

Weil er allerdings unbedachter Weise vertrauensvoll mit einem psychiatrischen Gutachter sprach, konnte dieser ihm eine Schuldunfähigkeit andichten, die bei Herrn Belli zu einer Verurteilung mit dem berüchtigten, aus der Nazi Zeit stammenden, § 63 StGB führte – also zu einer unbefristeten Verknastung in der Forensischen Psychiatrie.
Darüber hinaus wurde Herr Belli unzählige Male gefoltert, indem ihm zwangsweise Psychopharmaka gespritzt wurden. Resigniert stimmte er schließlich der Psychodrogengabe zu und erklärte wunschgemäß, dass er „psychisch krank“ sei. Diese sog. „Krankheitseinsicht“ führte aber nicht zu einem Ende der Foltermaßnahmen: Statt dass ihm daraufhin auf der Grundlage von informierter Zustimmung Medikamente angeboten wurden, wurde ihm kurzerhand unterstellt, er habe nur „Krankheitseinsicht vorgetäuscht“, müsse entsprechend weiter zwangsweise behandelt, also gefoltert werden.
So kann jederzeit jeder Terror willkürlich begründet werden, das Kennzeichen jeden verbrecherischen Regimes.

Herr Belli ist inzwischen 62 Jahre alt und wird im Hochsicherungsknast der Karl Bonhoeffer Nervenklink in der Station 5a festgehalten.
Besuche sind von ihm erwünscht, müssen aber zwei Tage vorher namentlich angemeldet werden:
Telefon: (030) 90198-5245.
Wir bitten darum, Protestnoten mit der Forderung der sofortigen Freilassung von Herrn Belli an die
Strafvollstreckungskammer beim Landgericht Berlin
Turmstraße 91
10559 Berlin
und den
Senator für Gesundheit und Soziales
Mario Czaja, Oranienstraße 106
10969 Berlin
zu senden.  Bitte eine Kopie an:
Bundesarbeitsgemeinschaft  Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin

Bilder vom T4 Umzug

T4 Umzug 2015 Titelbild klBilder vom T4 Umzug beim Day of Remembrance and Resistance am 2. Mai sind hier veröffentlicht.
Dabei haben wir folgenden im Regierungsapparat Verantwortlichen den Aufruf zum T4 Umzug mit den für uns wesentlichen Passagen des Genfer UN-Staatenberichts über Deutschland demonstrativ übergeben:

  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz:
    Minister Heiko Maas
    Staatsekretär Christian Lange
    Ministerialdirektorin Beate Kienemund
    Ministerialdirigent Dr. Johannes Christian Wichard
    Ministerialrat Georg Lütter
  • Bundesarbeits- und Sozialministerium
    Ministerin Andrea Nahles
    Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller
    Ministerialdirektor Dr. Rolf Schmachtenberg
  • Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Verena Bentele
  • (per Post zugestellt) Kanzleramtsminister Peter Altmaier

Die wissen nun, dass wir wissen (und wir wissen auch, dass sie es wissen), wie verlogen sie in Genf versucht haben, sich raus zu reden und was sie tun müssten, um die mit der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention gegebenen Zusagen zu erfüllen.

Zwangsbehandlung ist Folter

Sofort jede Zwangshandlung verbieten, weil sie Folter ist!
Dazu gibt es hier ein Youtube Video von der Rede von Tina Minkowitz mit den entsprechenden Argumenten, die sie in Genf gehalten hat:

Die in englisch gehaltene Rede kann man hier nachlesen.
Eine noch ausführlichere Darstellung des Themas von Alice Halmi in Deutsch hier:
Zwangspsychiatrie: ein durch Folter aufrecht erhaltenes System
:

‚BETREUUNG‘ = erzwungene Stellvertretung = ENTMÜNDIGUNG

Für eine ausführliche Begründung dieses neuen Untertitels unserer Homepage, bitte diesen anklicken, sie befindet sich hier