Wahlempfehlung zur Bundestagswahl 2017

Wahlprüfstein zur Bundestagswahl 2017

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener
Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener

Im Unterschied zur Bundestagswahl 2013 haben wir dieses mal nur Parteien einen Wahlprüfstein vorgelegt. Deshalb gelten unsere folgenden Empfehlungen nur für die Zweitstimme, nicht für die Erststimme.

Wir haben jeweils CDU, CSU, SPD, FDP und GRÜNE mit einem Hinweis auf das Wahlprogramm der Partei DIE LINKE gefragt:

Im Wahlprogramm der Partei DIE LINKE steht auf Seite 32:
Wir wollen eine gewaltfreie Psychiatrie und die Abschaffung von Sondergesetzen.
Und auf Seite 118:
Wir setzen uns dafür ein, dass alle rechtlichen Diskriminierungen von Menschen mit Behinderungen aufgehoben werden, insbesondere psychiatrische Sondergesetze und ärztliche oder betreuungsrechtliche Zwangsbefugnisse.

Ist Ihre Partei ebenfalls bereit, in der nächsten Legislatur dieses Vorhaben durchzusetzen, sei es zusammen mit der Partei DIE LINKE oder anderen? Nur so kann das Betreuungs- und Unterbringungsrecht konform mit der Behindertenrechtskonvention (BRK) werden.

Als erklärende Begründung für die Forderung einer gewaltfreien Psychiatrie wurde hinzugefügt:

A) Der UN-Sonderberichterstatter on the right of everyone to the enjoyment of the highest attainable standard of physical and mental health, Dainius Pūras, hat in seinem Bericht an die UN-Vollversammlung vom 28. März 2017 (E für Englisch anklicken) erklärt (fett von uns):

65. Coercion in psychiatry perpetuates power imbalances in care relationships, causes mistrust, exacerbates stigma and discrimination and has made many turn away, fearful of seeking help within mainstream mental health services. Considering that the right to health is now understood within the framework of the Convention on the Rights of Persons with Disabilities, immediate action is required to radically reduce medical coercion and facilitate the move towards an end to all forced psychiatric treatment and confinement. In that connection, States must not permit substitute decision-makers to provide consent on behalf of persons with disabilities on decisions that concern their physical or mental integrity; instead, support should be provided at all times for them to make decisions, including in emergency and crisis situations.43                 43Guidelines on article 14 of the Convention,para.22.

Übersetzung (von uns):
65. Zwang in der Psychiatrie verewigt Ungleichgewichte der Macht in Fürsorge-Beziehungen, verursacht Misstrauen, verschärft Stigma und Diskriminierung und hat viele sich ängstlich von der Suche nach Hilfe innerhalb der psychiatrischen Versorgungsangebote abwenden lassen. Berücksichtigt man, dass das Recht auf Gesundheit jetzt im Rahmen der Behindertenrechtskonvention zu verstehen ist, sind sofortige Maßnahmen erforderlich, um ärztliche Zwangsmaßnahmen radikal zu reduzieren und den Übergang zu einem Ende aller psychiatrischen Zwangsbehandlungen und Zwangseinweisungen zu beschleunigen. In diesem Zusammenhang dürfen die Staaten keine ersetzende Entscheidungsfindung mehr zulassen, um die Zustimmung für Entscheidungen von Personen mit Behinderungen zu erlangen, die ihre körperliche oder geistige Unversehrtheit betreffen; Stattdessen sollte die Entscheidungsfindung immer nur noch unterstützt werden, auch in Notfällen und Krisensituationen.

B) Bitte lesen Sie in der Stellungnahme von Prof. Eckhard Rohrmann Bevormundung – Zwangsunterbringung – Folter zu den abschließenden Bemerkungen des UN-Komitees für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zum ersten Staatenbericht der Bundesrepublik zum Art. 12 der UN-Behindertenrechtskonvention, warum der § 1896 BGB zur Betreuung so novelliert werden muss, dass keine Betreuung mehr gegen den erklärten [natürlichen] Willen eingerichtet oder fortgesetzt werden kann.

C) Bitte beachten Sie außerdem dass der UN-Sonderberichterstatter on torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or punishment, Juan E. Méndez, in der 22. Sitzung des „Human Rights Council“ am 4. März 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter, bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung erklärt hat, siehe: http://www.folter-abschaffen.de

D) Am 22.6.2017 hat der Abgeordnete von der Partei DIE  LINKE, Harald  Petzold, in der Debatte um die Änderung der  materiellen  Zulässigkeitsvoraussetzungen von ärztlichen Zwangsmaßnahme den vom Rechtsausschuss berufenen Sachverständigen Dr. med. Martin Zinkler, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Heidenheim, zitiert. Bitte lesen Sie hier, was dieser über die Nicht-Notwendigkeit von Zwangsmaßnahmen im Rechtsausschuss des Bundestages zu Protokoll gegeben hat.

Damit hatten die Befragten die Möglichkeit, sich entweder menschenrechtlich konform zu entscheiden und die BRK zu erfüllen, die die befragten Parteien sogar zum Gesetz erhoben hatten, oder Art. 1 GG zu missachten, in dem in Absatz 2 steht:
Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Also ist unabdingbar und überfällig, dass der Gesetzgeber alle psychiatrischen Sondergesetze, die Zwang legalisieren, vollständig abschafft. Dass das Selbstbestimmungsrecht aus Art. 2 GG mit einer entsprechenden Patientenverfügung gegen psychiatrische Zwangsmaßnahmen aktiv geltend gemacht werden muss, ist endlich zu beseitigen; der jetzige Zustand ist so absurd, wie wenn Folterfreiheit erst jeweils individuell von jedem/r verbrieft werden müsste, statt dass sie selbstverständlich ist.

Unsere Wahlempfehlungen:

  • Die CDU hat gemeinsam mit der CSU geantwortet (siehe hier) und hält die Menschenrechte für teilbar. Sie will von Zwangsbehandlung, Zwangseinweisung und zwangsweiser Entmündigung (zur Täuschung „Betreuung“ genannt) nicht lassen. Völkerrechtlich bindende menschenrechtliche Zusagen sollen per Bundesgesetz ausgehöhlt werden können bzw. unerfüllt bleiben. Wir raten von der Wahl von CDU/CSU dringend ab.
  • Die SPD hat geantwortet (siehe hier) und hält die Menschenrechte für teilbar. Sie will von Zwangsbehandlung, Zwangseinweisung und zwangsweiser Entmündigung (zur Täuschung „Betreuung“ genannt) nicht lassen. Völkerrechtlich bindende menschenrechtliche Zusagen sollen per Bundesgesetz ausgehöhlt werden können bzw. unerfüllt bleiben. Wir raten von der Wahl der SPD dringend ab.
  • Die FDP hat geantwortet (siehe hier) und hält die Menschenrechte für teilbar. Sie will von Zwangsbehandlung, Zwangseinweisung und zwangsweiser Entmündigung (zur Täuschung „Betreuung“ genannt) nicht lassen. Völkerrechtlich bindende menschenrechtliche Zusagen sollen per Bundesgesetz ausgehöhlt werden können bzw. unerfüllt bleiben. Wir raten von der Wahl der FDP dringend ab.
  • Die GRÜNEN haben geantwortet (siehe hier) und halten die Menschenrechte für teilbar. Sie wollen von Zwangsbehandlung, Zwangseinweisung und zwangsweiser Entmündigung (zur Täuschung „Betreuung“ genannt) nicht lassen. Völkerrechtlich bindende menschenrechtliche Zusagen sollen per Bundesgesetz ausgehöhlt werden können bzw. unerfüllt bleiben und auf den St. Nimmerleinstag in ferner Zukunft verschoben werden. Entsprechend hat sich die Fraktion der GRÜNEN im Bundestag sowohl 2013 also auch 2017 im Gesetzgebungsverfahren zur Legalisierung von Zwangsbehandlung enthalten, statt dagegen zu stimmen. Wir raten von der Wahl der GRÜNEN ab.

Fazit:
Die Befragung der Parteien ergab, dass von den Parteien im nächsten Bundestag nur die Partei DIE LINKE sich für eine bedingungslos gewalt- und folterfreie Psychiatrie einsetzt und, als logische Konsequenz daraus, die Abschaffung aller psychiatrischen Sondergesetze fordert.
Wir können also für diese Bundestagswahl nur die Partei DIE LINKE empfehlen!
Sollte man ihr misstrauen, weil sie auf Landesebene sowohl in Brandenburg wie in Thüringen ihre Wahlversprechen für die Bundesebene gebrochen hat, bleibt nur entweder:

  • gar nicht wählen gehen oder
  • eine der Parteien wählen, die wegen der 5% Hürde zwar nicht in den nächsten Bundestag kommen werden, die aber unsere Forderungen (zumindest teilweise) schon auf Landesebene aufgegriffen haben, also
    – Die Grauen
    – Die Piraten
    – Die Partei

P.S.: Da die AfD offenkundig mit Rechtsradikalen verwoben ist, können wir nur ganz besonders von deren Wahl abraten – wo diese in Deutschland an die Macht gekommen waren, hatten sie den Ärzten freie Bahn für den systematischen Massenmord in den Psychiatrien verschafft.

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Diese Wahlempfehlung hat die-BPE hier veröffentlicht: www.die-bpe.de/Wahl_2017

Kurznachrichten des Werner-Fuss-Zentrums

Ein voller Erfolg für die Initiative Zwangbefreit!
Am 4. September 2017 wurde das Verfahren gegen eine Aktivistin der Initiative Zwangbefreit (IZB) wegen angeblichem „doppelten Hausfriedensbruch“ vom Amtsgericht Helmstedt eingestellt. Das ausschweifende Reden und Beschuldigen durch den Geschäftsführer des AWO Psychiatriezentrum (APZ) in Königslutter als Zeugen bewirkten das Gegenteil. Durch seine Aussagen entlastete er die Angeklagte, sodass der Prozess nach §153 StPO eingestellt wurde. Das bedeutet, dass die Beschuldigte keine Auflagen wie z.B. eine Geldzahlung zu tragen hat und dass der Staat die kompletten Kosten inklusive der Bezahlung der Verteidigung übernimmt. Der Prozess endete nach einer dreiviertel Stunde.
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In Englisch ist im Juni ein neues Buch über Thomas Szasz erschienen:
Thomas S. Szasz, M.D.:  The Man and His Ideas.  (Die Person und seine Ideen)
Herausgegeben von Jeffrey A. Schaler, Henry Zvi Lothane, and Richard E. Vatz
Eine sehr gute Rezension des Buches ist in Psychology Today erschienen:
Thomas S. Szasz: One Hundred Years Ahead of His Time
Thomas S. Szasz, M.D., was an iconic figure in American psychiatry, perhaps the most famous and influential psychiatrist of the 20th century, and a personal and professional mentor. This September marks the fifth anniversary of Dr. Szasz’s passing at the age of 92.
Best known for his 1961 book The Myth of Mental Illness: Foundations of a Theory of Personal Conduct, Szasz is frequently,…
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Über Gert Postels Lesung im Rathaus von Jever ist am 11.9. ein großer Artikel mit Bild im Jeversches Wochenblatt auf Seite 3 erschienen:
Verwirrung, Entsetzen, Faszination und Bewunderung. Vermutlich jeder in dem voll besetzten Graf-Anton-Günther-Saal wird am Freitagabend diese Emotionen bei der Lesung von Gert Postel aus seinem Buch „Doktorspiele“ verspürt haben.
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„Wo Pippi eingesperrt, gedemütigt, fixiert und vollgepumpt mit Psychopharmaka 20 Jahre früher sterben würde …“
Ton Bild Schau über die Zwangspsychiatrie von Jörg Bergstedt nicht nur am 5.10. in Berlin im Mehringhof, sondern auch
am Samstag, 7.10. um 16 Uhr in Potsdam im Madia, Lindenstr. 47. Ankündigung siehe hier.

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Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener hat zum Welttag der Suizidprävention eine Erklärung bzw. Stellungnahme zur Suizidprävention veröffentlicht. Er spricht sich u.a. dafür aus:
Auch psychiatrische Akutstationen sind grundsätzlich offen zu führen.
Hier ist das Link zu der Stellungnahme des BPE.

Psychiatrischer Diagnonsens

Ein weiterer Beweis, dass psychiatrische Diagnosen und Gutachten immer nur Diagnonsens sind:
Nicht durch „fachliche Mängel“ – solche kann es gar nicht geben, weil es gar keine „psychische Krankheit“ gibt – ist der nette Psychiater in Bochum aufgefallen, sondern weil sein Telefon abgehört wurde, berichtet die WAZ, siehe die ganze Geschichte hier.

Schweiz: Mehr und mehr Zwang

Am 13. Juli berichteten wir darüber, dass genau entgegen dem Versprechen der Behindertenrechtskonvention, dass alle entsprechenden Zwangsmaßnahmen abgeschafft werden, mehr und mehr psychiatrische Zwangseinweisungen in Großbritannien exekutiert werden, siehe hier.

Die in Höhe und Qualität gleiche Entwicklung wird nun auch aus der Schweiz berichtet:
30.7.2017: Fürsorgerische Unterbringung – Ärzte sperren 14.000 psychisch Kranke weg: Einweisungen um 30 Prozent gestiegen“
und am 28.7.2017: „Zwangseinweisung in Klinik «Die Schweiz hat ein hohes Ordnungsbedürfnis in der Gesellschaft»:
Zitat:

Stark ansteigende Zahlen
Die neusten, noch unpublizierten Zahlen des Obsan, die Radio SRF vorliegen, zeigen wieder in eine andere Richtung, nämlich steil nach oben. Von knapp 14‘000 Fällen einer fürsorgerischen Unterbringung im Jahr 2015 ist beim Obsan die Rede. Das käme einer Steigerung um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleich.

`Kindermord im Krankenhaus´

KZ-Hadamar nach Ankunft der US-Army: Exhumierung der Opfer Quelle: https://archive.org/details/gov.archives.arc.43452#

Eine Ergänzung zum unten folgenden Bericht über die Mordserie im Krankenhaus und dem Warum,
und zum Verständnis, was für einen infamen Versuch die deutsche Psychiatrie unternimmt, sich mit Hilfe der Internationalen Psychiatrie durch den WPA Kongress vom 8.-12.10.2017 von Ihren Verbrechen weiß zu waschen, ist dieses Buch von Andreas Babel:

Kindermord im Krankenhaus

Warum Mediziner während des Nationalsozialismus in Rothenburgsort behinderte Kinder töteten
Bremen: Edition Falkenberg, 240 Seiten, 16,90 €

Z.B. schreibt eine Rezensentin bei Amazon:

…Detailliert-sorgfältig aufgearbeitete und puzzleartig zusammengeführte Belege zu den beteiligten Medizinern und ihren Lakaien, die an der Ermordung von Kindern im Kinderkrankenhaus Rothenburgsort in Hamburg beteiligt waren, sind die Grundlage der Realdokumentation, viele Daten uns Fakten, die aus heutiger (und auch vereinzelt aus damaliger, aber nicht kommunizierter) Sicht an Grausamkeit kaum zu überbieten sind. Kinder wurden geradezu als medizinische Labortiere missbraucht. Besonders schlimm, dass einige der Beteiligten nach dem 2. Weltkrieg unbehelligt Karriere gemacht haben und lange nicht alle Verursacher zur Rechenschaft gezogen wurden. …
Wie eng liegen (Rassen-)Ideologie, willkürlich missbrauchte Ethikgrundlagen der Medizin als „heilende Wissenschaft“ sowie … selbstherrlich agierender Mediziner zusammen? Dieses Buch gibt Antworten darauf und dürfte bei Menschen, die diese Zeit selbst erlebt haben, viele Wunden wieder aufreißen und die heutige Genration mit einem überwiegend totgeschwiegenen weiteren Kapitel der deutschen Geschichte konfrontieren….

In der Recht & Psychiatrie wurde diese Rezension veröffentlicht:

Zu den furchtbarsten Verbrechen, derer sich zahllose Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger während des »Dritten Reiches« schuldig gemacht haben, gehört die Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen, euphemistisch als »Euthanasie« oder »Gnadentod« bezeichnet. Wenngleich diese Verbrechen nicht gegeneinander aufgewogen oder gar relativiert werden sollen, bekommen sie doch eine besondere Abscheulichkeit und Niedertracht, wenn die betroffenen Opfer Kinder waren. Kinder als Mordopfer mobilisieren immer unser größtes Entsetzen und die Frage nach dem »Warum«….
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Im Krankenhaus – größte Mordserie in der BRD

Der 40-Jährige Niels H. beging als Krankenpfleger seine Taten in Krankenhäusern in Delmenhorst und Oldenburg, wo er unter anderem auf einer Intensivstation tätig war. Er brachte Patienten mit heimlichen Giftspritzen/Medikamenten in Lebensgefahr, um sie anschließend wiederbeleben zu können. Damit wollte H. sich vor Kollegen als heldenhafter Retter beweisen.

Weit über 100 Patienten überlebten diese Mordanschläage nicht – die Zahl ist sicher um ein Vielfaches höher, wie Johann Kühme, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, sagte. Allein am Klinikum Delmenhorst seien mehr als 130 Patienten, die während Schichten von Niels H. starben, eingeäschert worden. Ein Nachweis der Wirkstoffe sei somit nicht mehr möglich.

Der Skandal hinter der Mordserie
Fest steht für die Ermittler, dass ein großer Teil der Morde hätte verhindert werden können. Bereits 2002 gab es am Klinikum Oldenburg offenbar eine Statistik, die zeigte, dass während der Schichten von Niels H. die Sterberate und die Zahl der Reanimationen stieg. Diese Statistik sei auch der damaligen Geschäftsführung bekannt gewesen, sagte Soko-Leiter Schmidt. Wären die Verantwortlichen damals schon zur Polizei gegangen, wäre es zu den weiteren Toten an der späteren Arbeitsstelle in Delmenhorst gar nicht erst gekommen, betonte Schmidt. Stattdessen trennte sich das Klinikum Oldenburg vom Pfleger – und stellte ihm ein gutes Arbeitszeugnis aus. Eine Warnung an das Klinikum Delmenhorst blieb aus.

Niels H. arbeite und mordete im Klinikum Delmenhorst bis zum Juni 2005. Auch in Delmenhorst gab es bald Gerüchte, weil auffällig viele Patienten während H.s Schicht starben. Später lagen auch handfeste Beweise vor. Zwei frühere Oberärzte und der Stationsleiter werden deshalb wegen Totschlags durch Unterlassen vor Gericht stehen.

Daran, dass sowohl in Oldenburg wie in Delmenhorst immer zugunsten des Mörders davon ausgegangen wurde, dass es keine mörderischen Absichten gäben könne, kann man sehen, wie blind die Medizin gegenüber ihren Verbrechern und Verbrechen ist. Medizinische Professionelle wähnen sich, „immer nur Gutes“ tun zu können.
Es ist diese mutwillige Selbstbeschönigung, die besonders augenfällig die Zwangspsychiatrie permanent beherrscht: Blind gegenüber den eigenen systematischen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen soll nun sogar der systematische Massenmord von 1939 bis 1949  in Deutschland mit internationaler Unterstützung weissgewaschen werden, siehe: http://die-bpe.de/fiktive_wissenschaft/

Zitate entnommen aus dem ausführlichen Bericht im NDR.

Wo Pippi eingesperrt, gedemütigt, fixiert und vollgepumpt mit Psychopharmaka 20 Jahre früher sterben würde …

Der investigative Journalist Jörg Bergstedt lädt ein zur Premiere seiner Ton-Bilder-Schau
zu Anspruch und Wirklichkeit hinter psychiatrischen Mauern und Zäunen.
Am Donnerstag, 5.10. um 19.00 Uhr im Mehringhof, Gneisenaustr. 2 in Berlin-Kreuzberg
und
am Samstag, 7.10. um 16 Uhr in Potsdam im Madia, Lindenstr. 47:
Aus dessen Ankündigung:

„Die Schau wird erstmals gezeigt – aus Anlass des am 8.10. in Berlin beginnenden Weltkongresses der Psychiatrie in Berlin !!!
240.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland gegen ihren Willen psychiatrisch zwangsbehandelt. Solche „Behandlungen“ haben es in sich. Es sind qualvolle Unterwerfungsrituale, bei denen die eine Seite alle Macht hat und die andere keine. Das geben die Chefs deutscher Kliniken selbst zu. Der Wille des Patienten würde gar nichts zählen, schrieb der Leiter einer forensischen Psychiatrie in einem Brief an die Vorsorgebevollmächtigte eines Gefangenen – und erteilte ihr Hausverbot.

Auch andere Verbrechen geben die Täter*innen in Weiß offen zu: Wenn passende Medikamente fehlen, würden halt andere genommen. Die seien dann zwar nicht zugelassen, aber das mache nichts. Disziplinarmaßnahmen würden als Therapie verschleiert. 18 bis 25 Jahre kürzer würden Menschen leben, die über lange Zeit Psychopharmaka nehmen – in der Regel: nehmen müssen. Der Staat hat mit den geschlossenen Psychiatrien Räume geschaffen, in denen die Untergebrachten Freiwild sind. 359 Euro erhalten die Kliniken dafür pro Tag und Person. Die Klinikärzt*innen sitzen selbst vor Gericht und schreiben die Gutachten, die ihnen die Betten füllen. Über Fördervereine organisieren sie ein zusätzliches, undurchsichtiges Umfeld. Die Ton-Bilder-Schau des investigativen Journalisten Jörg Bergstedt gibt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der Zwangspsychiatrie, dargestellt vor allem an Unterlagen, die aus den Psychiatrien selbst stammen.

Den Abschluss bildet die Frage, wie eine Welt ohne Zwangsbehandlungen aussehen könnte – und was das alles mit Pippi Langstrumpf zu tun hat.“

`Psychiater Manfred Lütz am Pranger der Political Correctness´

Die Initiative Zwangsbefreit hat aus Anlass einer Veranstaltung des Psychiaters Manfred Lütz in Braunschweig die Propaganda in dessen Buch: IRRE! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen aufgearbeitet. Bitte selber hier lesen.

Dabei ist diese Propaganda zur Täuschung über die Verbrechen der Zwangspsychiatrie kein Einzelfall, sondern eher die Regel. Bei Manfred Lütz sind dessen Falschdarstellungen und Beschönigungen besonders augenfällig, weil sie sogar im Fernsehen dokumentiert wurden, siehe hier.

Ein Postbote arbeitet als Oberarzt

Im Gegensatz zu den Täuschungsmanövern eines Manfred Lütz steht die Enttarnung der Psychiatrie durch Gert Postel und Alexandra Beek: Psychiatry: Fake science. Real harm.

Wir möchten auf das Interview mit Gert Postel im Rhetorikmagazin hinwiesen,
und auf die Lesung am Freitag, 8. September, um 19.30 Uhr im Rathaus von Jever, Am Kirchplatz 11, im Anton-Günther-Saal.
Ankündigung in der Nordwest Zeitung: Ein Postbote arbeitet als Oberarzt

Nie ein Krankenhaus ohne PatVerfü betreten..

…denn am 22.7.2017 ist in der BRD ein Gesetz in Kraft getreten, so dass bei allen Krankheiten in allen stationären Abteilungen eines Krankenhauses, eine medizinische Diagnose und Behandlung auch mit Zwang und Gewalt gegen den Willen durchgeführt werden kann, wenn man keine PatVerfü hat. Das ist sicherlich nicht immer dann der Fall, wenn man einem Behandlungsvorschlag seines Arztes oder Ärztin widerspricht. Aber insbesondere dann, wenn man bettlägrig sein oder werden sollte, also nicht mehr abhauen kann, ist durch dieses Gesetz nun die Möglichkeit geschaffen worden, dass man nicht mehr sicher sein kann, noch wirksam „Nein“ sagen zu können. Am Ende erklären wir, welche formalen Schritte von dem Ärzte-Richter-Betreuer-Filz dazu unternommen werden müssen, um wie zu einem Stück Fleisch entwürdigt zu werden, dessen „Nein“ bedeutungslos geworden ist. Ganz zu schweigen  davon, dass die Ärzte so jede Haftung für Fehlbehandungen im Vorfeld vereiteln und Nebenwirkungen der Behandlung als „eingebildet“ abtun können.

Mögen Ärzte in einem Krankenhaus die gewonnene Macht auch nicht immer ausspielen, alleine durch die Option, mit Zwang und Gewalt ihre Vorstellungen durchsetzen zu können, haben sie grundsätzlich kein Vertrauen mehr verdient. Vertrauen kann sinnvollerweise nur dann noch aufgebracht werden, wenn man rechtzeitig vor einem stationären Aufenthalt eine PatVerfü unterzeichnet hat [dringend zu empfehlen mit mindestens einem Vorsorgebevollmächtigen und am besten notariell beurkundet]. Denn solange man seine PatVerfü nicht widerruft, behält man die freie Wahl bei der Entscheidung, ob man Ja oder Nein zu einem Diagnostizierungs- und Behandlungsvorschlag seines Arztes oder seiner Ärztin sagen will, sobald man eine PatVerfü vorzeigt.
Eine PatVerfü zu unterzeichnen kostet nichts, aber die Freiheit im Krankenhaus verlieren zu können, ist existenziell teuer.

Durch eine PatVerfü wird die Gefahr einer Entmündigung gebannt.
Folgende Bedingungen müssen zwar erfüllt werden, um das „Nein“ eines erwachsenen Patienten zu übergehen, aber leider kann der Ärzte-Richter-Betreuer-Filz sie praktisch immer leicht erfüllen:

  • Sie müssen entmündigt sein, was irreführend „Betreuung“ genannt wird. Wenn Sie es noch nicht sind, so kann der Ärzte-Richter-Betreuer-Filz im Handumdrehen eine Eilbetreuung einrichten. Das dafür nötige psychiatrische Willkür- bzw….

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