T4 Umzug dieses Jahr


Weitere Bilder vom T4 Umzug am 2. Mai hier klicken.
Wir zogen nach dem Gedenken in der Tiergartenstr. 4 zur Geschäftstelle der DGPPN. Unterwegs verteilten wir Flyer-Zeitungen mit dem Aufruf zum Protest gegen den WPA Kongress in Berlin. Mit unseren Transparent konnten wir viel Aufmerksamkeit erregen.

In Königslutter: Gedenken nur, wenn dabei das Vergessen garantiert ist! Die Zwangspsychiatrie der AWO versuchte, mit dem Hausrecht das Gedenken an die psychiatrisch Ermordete und die Demonstration am 2. Mai zu verhindern, hier der Bericht darüber. Und hier das Link zum revidierten Aufruf zum R&R Day in Königslutter und die Dokumentation.
Der Bericht über den Polizeieinsatz bei der Gedenkveranstaltung, wie die Polizei aufdringlich, ja feindselig auftrat, siehe hier. Oder ist da sogar der braunschweiger Staatschutz aufgetreten? Wir erinnern uns an die Beschlagnahmung der transformierten Bonhoeffer Skulpturen durch den Staatsschutz, siehe hier.

Am 17. 9. 2002 wurden aber die beiden Skulpturen aus der Beschlagnahmungs-„Haft“ an uns entlassen. Sämtliche Ermittlungsverfahren der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes wurden eingestellt, da keine Aussicht auf Erfolg bestand, die Täter zu ermitteln, die die Charité und die damalige Karl Bonhoeffer Klink (heute Lady Diana Clinic) von den beiden Karl Bonhoeffer Büsten befreit hatten.
Die Assemblagen von Igael Tumarkin mußten an uns zurückgegeben werden, obwohl Mitglieder von uns (siehe Titelbild Irren-Offensive Nr. 11) verdächtigt wurden, die Befreier gewesen zu sein – es sind neue Kunstwerke, die neues Eigentum begründen, das uns der Künstler als Urheber geschenkt hatte. Auch wenn die gestohlenen Büsten dabei verwendet wurden, so war deren formgegebene Existenz und damit das Eigentum an ihnen untergegangen. Ein finanzieller Restitutionsanspruch hätte nur gegen überführte Täter bestanden. Darüber hinaus wurde uns die Bildmappe der Ermittlungsbehörde übergeben! Eine nette Geste des LKA 🙂

Was tun gegen den Horrorgesetzentwurf!

Nach der Anhörung zum neuen Foltergesetzentwurf am 26.4. berichtete das von Behinderten viel gelesene Nachtrichten-Portal „Kobinet“ 2 x sehr solidarisch:
Chemotherapie? Jetzt mit Zwang geplant.
Und:
Ausweitung von Zwangsbehandlungen verhindern. Interview mit Martin Lindheimer
Sobald das Wortprotokoll der Anhörung vorliegt, werden wir von den wenigen Höhepunkten der Anhörung berichten.

Martin Lindheimer hat inzwischen eine Online-Petition gestartet, die zielgenau an den Rechtsausschuss im Bundestag gerichtet ist und hier online unterzeichnet werden kann:
http://www.change.org/p/rechtsausschuss-im-bundestag-%C3%A4rztliche-behandlungen-sollen-freiwillig-bleiben?
Außerdem fordert der BPE dazu auf, die Abgeordneten des jeweiligen Wahlkreises kurzfristig zu besuchen, über die geplante Horrorgesetzgebung zu informieren und gegen sie zu protestieren.
Wir bitten unsere Leserinnen und Leser das eine, oder das andere, oder am besten beides zu tun.

Psychiatrie-kritische Performance und Lesung in der Charité

Am Dienstag, den 9. Mai findet um 18:00 Uhr im Konrad-Cohn-Hörsaal des Berliner Charité-Geländes, Virchowweg 24 in Berlin Mitte von der Studentischen Initiative GeDenkOrt.Charité eine Psychiatrie-kritische „Interdisziplinäre Performance  Lesung“ statt: Das psychiatrische Panoptikum – Ordnung – Krankheit Mensch. Hier der ausführliche Flyer zum runterladen.

Wir sind auch eingeladen und werden etwas beitragen.

Wahlprüfsteine für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein

Wahlprüfsteine der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener
für die Landtagswahl am 7.5.2017 in Schleswig-Holstein

Die Fragen unten hat die-BPE der CDU, SPD, DIE LINKE, Grüne, Piraten, SSW und FDP jeweils mit der Bitte um Antwort als Wahlprüfsteine und mit einem Hinweis auf die anschließende Veröffentlichung gestellt.
Die Ergebnisse der Umfrage:

  • DIE LINKE hat die Fragen völlig igoriert und nicht geantwortet. Wir raten von deren Wahl ab.
  • Die Piraten haben erst nach Redaktionsschluss die hier dokumentierten Antworten gesendet. Sie bleiben deshalb in unserer Wertung unberücksichtigt.
  • Die CDU hat zwar geantwortet, aber ihre hier dokumentierte Antwort ist völlig enttäuschend. Die CDU negiert die Feststellungen des UN-Komitees für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und des UN-Sonderberichterstatters über Folter. Sie offenbart sich damit – wie in Berlin – als eine Partei der Foltergesetzmacher. Besonders erschreckend ist, dass die CDU bei der Zwangsbehandlung die Menschenrechte, ausbuchstabiert in der Behindertenrechtskonvention, völlig ignoriert. Sie überlässt folterartige Zwangsbehandlung damit dem Filz von Ärzten, Richtern und Betreuern und ignoriert die Stellungnahme von Papst Franziskus völlig, der diese als Folter bezeichnet hat, siehe hier. Sogar dem Druck der Berufsbetreuer, ihre Machtposition auszubauen, will die CDU nachgeben. Wir können nur von deren Wahl dringend abraten.
  • Die SPD  negiert in ihrer hier dokumentierten Antwort, wie die CDU, die Feststellungen des UN-Komitees für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und des UN-Sonderberichterstatters über Folter. Sie offenbart sich damit – wie die GroKo in Berlin – als eine Partei der Foltergesetzmacher. Sogar den Forderungen der Berufsbetreuer steht sie offen gegenüber und zitiert manipulativ falsch, indem sie die Forderung in den Abschließenden Bemerkungen  unterschlägt, die Vorbedingung ist:: „a) im Hinblick auf den General Comment Nr. 1 (CRPD 2014) des Ausschusses alle Formen der ersetzten Entscheidung abzuschaffen und ein System der unterstützten Entscheidung an ihre Stelle treten zu lassen;“   Wir können nur von deren Wahl dringend abraten.
  • Die Antwort der Grünen ist hier dokumentiert. Die Grünen weigern sich, die Sichtweise des UN-Sonderberichterstatters über Folter und des UN-Fachausschusses für die Rechte von Behinderten zu akzeptieren, dass psychiatrische Zwangsbehandlung Folter ist. Stattdessen brüsten sie sich, 2015 Bedingungen formuliert zu haben, „unter denen ärztliche Zwangsmaßnahmen künftig nur noch durchgeführt werden dürfen“. Sie offenbaren sich damit – wie die GroKo in Berlin – als eine Partei der Foltergesetzmacher. Die Grünen akzeptieren die Freiheit von psychiatrischer Zwangsbehandlung nicht als selbstverständliche Grund- und Menschenrechts-Freiheit. Wir raten von deren Wahl ab.
  • Die FDP hat geantwortet, auch versichert, dass sie die Folterfreiheit achten würde, aber in ihrer weiteren hier dokumentierten Antwort widerspricht sie dem, wenn es auf die Psychiatrie angewendet wird. Aus diesem Hin und Her eine Schlussfolgerung zu ziehen bzw. eine Wahlentscheidung zu treffen, möchten wir den Leserinnen und Lesern überlassen.
  • Der hier dokumentierten Antwort des SSW ist anzumerken, dass sie aus der Perspektive einer Minderheit geschrieben ist. Offenbar war ihm bei der Verabschiedung des neuen PsychKG unwohl, denn er schreibt: Vor diesem Hintergrund haben wir die zwangsweise Verabreichung von Medikamenten als wirklich allerletztes Mittel mittragen müssen. Als einzige Partei verspricht er sogar: „sowohl das PsychischKranken-Gesetz als auch das Maßregelvollzugsgesetz in der nächsten Legislaturperiode erneut auf den Prüfstand zu stellen.“
    Und: .. sind gerne bereit, dies in der nächsten Legislaturperiode anzugehen.
    Daraus eine Wahlentscheidung zu treffen, möchten wir den Leserinnen und Lesern überlassen.

Wir können diesmal keine Wahlempfehlung geben. Die geringsten Bedenken könnte man beim SSW haben. Lesen Sie mehr »

Die Große Koalition: unchristlich!

Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Offener Brief an die Mitglieder der Bundestagsausschüsse Recht, Gesundheit und Familie
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Donnerstag, 20. April 2017

Sehr geehrte/r Abgeordnete/r,

Zwei aktuelle Vorgänge brennen uns auf den Nägeln:

A) am 26. April ist um 19 Uhr im federführenden Rechtsausschuss eine Anhörung zu dem Gesetzentwurf zur Änderung der materiellen Zulässigkeitsvoraussetzungen von ärztlichen Zwangsmaßnahmen und zur Stärkung des Selbstbestimmungsrechts von Betreuten.

Es ist der Entwurf eines illegalen Gesetzes, in dem das völker- und menschenrechtlich absolute Verbot der Folter, Jus Cogens, wie nichtexistent ignoriert wird. In der Anlage der Beweis, warum „Nichteinwilligungsfähigkeit“ kein Vorwand für eine Gesetzgebung entgegen diesem absoluten Verbot sein kann. Wenn Sie ihn missachten sollten, würde mit egal wie vielen einschränkenden Bedingungen versucht, illegale Folterung (bzw. cruel, inhuman, degrading treatment) zu legalisieren, also ein Verbrechen staatlich zu schützen. Nicht nur der beiliegende Beweis lässt keinen Spielraum für so ein Gesetz, Lesen Sie mehr »

Kanada legalisiert Marihuana

Die grundlegende Basis unserer Forderungen ist das Recht eines Erwachsenen, über seinen eigenen Körper zu verfügen. So wie wir uns deshalb gegen jede erzwungene Duldung von Zwangsbehandlung als körperverletzende Folterung einsetzen, so freuen wir uns darüber, dass nun in Kanada die Legalisierung von Marihuana vorbereitet wird, siehe Bericht in der ARD Tagesschau am 14.4.
Verbot und Gebot Drogen zu nehmen, sind zwei Seiten derselben Medaille: ärztlicher Paternalismus, der mit staatlicher Gewalt durchgesetzt wird.

Gesundheit war ihm ziemlich Wurst

Wir trauern um
Hartmut Seiffarth.

Am 19.3.2017 wurde Hartmut mitten aus dem Leben gerissen und fiel vom Hocker.
Er wurde am 10.10.1951 in Berlin geboren und seine Gesundheit war ihm ziemlich Wurst.

Er war 20 Jahre lang DER Verkäufer der Zeitung Irren-Offensive. Er wurde von 1997 bis 2009 sowohl in den Vorstand der Irren-Offensive als auch des Landesverbands-Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg gewählt, dessen Gründungsmitglied er war. Er organisierte aktiv die Treffen der Psychiatrie-Zeitungen, hier ein Bericht von ihm darüber.

Die Beerdigung ist am Donnerstag 11. Mai um 9.30 Uhr, Domfriedhof St. Hedwig, Liesenstr. 8, 10115 Berlin, siehe hier und hier

Danach gibt es ab 11 Uhr in Erinnerung an Hartmut in dessen zweitem Zuhause, seiner Lieblingskneipe „Zum kleinen Markt“, Mierendorffplatz 3, einen Umtrunk mit Snack. Lokal siehe hier.

Pippi Langstrumpf wird psychiatrisiert

In der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom 4.4.2017 psychiatrisiert Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort Pippi Langstrumpf, siehe das Videozitat

Der normierungswütige Herr Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort ist in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein ganz hohes Tier. Entsprechend der Empfehlung der World-Psychiatric Association (WPA) ist zu vermuten, dass er Pippi auch mit psychiatrischen Elektroschocks „behandeln“ würde, ein weiterer guter Grund gegen deren Weltkongress vom 8. – 12.  Oktober in Berlin zu protestieren, siehe genaueres hier.

Aufruf zum T4-Umzug 2017

Am Dienstag, 2. Mai ist wie seit 22 Jahren unser jährlicher Day of Remembrance and Resistance

Wir sammeln uns um 16.00 Uhr  in der Tiergartenstr. 4 an der Gedenkplatte für die Opfer des systematischen ärztlichen Massenmords von 1939-1949. Dieses Jahr  weisen wir auf den geplanten Weltkongress der Psychiatrie, 8. – 12. Oktober 2017 in Berlin hin:

Psychiatry: Fake science. Real harm.
Deutsche Psychiatrie – damals mordend, immer folternd

Zusammen mit dem Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener, Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen, Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener Niedersachsen, Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Bremen, Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg, Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Hessen, Enthinderungsselbsthilfe von Autisten für Autisten, Auties, Weglaufhaus Initative Ruhrgebiet, Werner-Fuß-Zentrum, Irren-Offensive und der International Association Against Psychiatric Assault rufen wir zum Protest gegen diesen Weltkongress auf:

Wir halten die Wahl von Berlin als Ort für den 17. Weltkongress der Psychiatrie für eine Provokation. In Berlin wurde seit 1939 der systematische Massenmord in Psychiatrien und Heimen geplant und organisiert („Aktion T4“). Das war das Modell für das anschließende Morden in den Gaskammern der Vernichtungslager im besetzen Polen ab 1941.

Die Ärzte benutzten das Nazi-Regime, um ihre schon lange in Fachkreisen diskutierten Pläne zur Vernichtung derer umzusetzen, die sie für nicht therapierbar erklärten. Die ärztliche Diagnose wurde zum Todesurteil. Das Morden überdauerte das Ende des Nazi-Regimes und ging bis 1949 weiter.

Anschließend erlebten Lobotomie (Hirnverstümmlung) und Elektroschock ihre Blüte. Regelmäßig gegen den Willen der Betroffenen. Bis heute sind Zwang und Gewalt untrennbarer Teil psychiatrischen Handelns. Zwangseinweisungen, Fixierungen, Isolierungen, Zwangsmedikationen und erzwungene Elektroschocks gibt es bis heute. Diese Tatsachen wurden auch bei der Prüfung des deutschen Staatenberichts in Genf entsprechend kritisiert.

Ein Weltkongress in Deutschland und insbesondere in Berlin ist eine Solidarisierung mit der Deutschen Psychiatrie und deren Verbrechen, um sie rein zu waschen. Daher rufen wir zum Protest gegen den WPA-Kongress 2017 auf.

Wir werden danach über die Tiergartenstr., Lennestr., dann über die Ebertstr. zum Brandenburger Tor, über den Pariser Platz, Unter den Linden, Wilhelmstr., Luisenstr., und  bis zur Reinhardtstr.  27 b, dem Sitz der DGPPN ziehen.
Dort soll noch eine Kundgebung stattfinden.

Dies ist ein Aufruf der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. www.die-bpe.de und des Werner-Fuß-Zentrums www.zwangspsychiatrie.de beide im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str.4, 10405 Berlin

WPA Protest-Zeitung und Aufruf

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