Wenn es keine Zeit gibt?

Die Autoren der 6 besten Antworten auf diese Frage erhielten Gödel Preise

Im April 2021 hatte der Kurt Gödel Freundeskreis Berlin mit Unterstützung der Bergischen Universität Wuppertal zum zweiten Mal einen Essay-Wettbewerb für einen Kurt Gödel Preis ausgeschrieben. Die Frage diesmal:

Was bedeutet es für unser Weltbild, wenn wir mit Kurt Gödel die Nichtexistenz der Zeit annehmen.

Ende Dezember wurden die Autoren der 6 besten Antworten mit einem Preisgeld von insgesamt 15.000,- € belohnt. Für die interdisziplinäre Jury, Prof. Dr. Dr. Brigitte Falkenburg, Prof. Dr. Christoph Benzmüller und PD Dr. Oliver Passon war es nicht ganz einfach, den Besten von den 6 ausgezeichneten Essays auszusuchen und entsprechend zu prämieren.

Gemäß den Teilnahmebedingungen erhielt den

1. Preis in Höhe von 10.000,- €: Prof. Reinhard Kahle für seinen Essay: Die philosophische Bedeutung des Gödel-Universums

2. Preis in Höhe von 1.000,- €: Prof. Dr. Claus Kiefer für seinen Essay:
Was bedeutet es für unser Weltbild, wenn wir mit Gödel die Nichtexistenz der Zeit annehmen?

+ 4 weitere zweite Preise wurden vergeben.

Alle sechs Essays sind auf der Homepage des Kurt Gödel Freundeskreises veröffentlicht und können dort runter geladen werden: http://www.kurtgoedel.de. Die Presseerklärung befindet sich hier. Als Anreiz alle Beiträge genauer unter die Lupe zu nehmen, möchten wir nur auf diese markanten Zitate aus zwei der Beiträge hinweisen:
Von Reinhard Kahle, Universität Tübingen Theorie und Geschichte der Wissenschaften:

…Palle Yourgrau argumentiert etwa, dass Gödel geschlossen habe, dass es selbst in unserer Welt keine Zeit gäbe. Tatsächlich finden sich in Gödels Schriften nur sehr viel vorsichtigere Konklusionen….

Die Jury urteilte vorsichtig und bewertete diese offenere Einschätzung von Prof. Kahle mit dem ersten Preis. Hingegen legte sich der Quantengravitation-Physiker Prof. Kiefer fest, dass die Zeitlosigkeit „der Welt in der Wissenschaft allmählich Fuß“ fassen wird.
Aus dem Beitrag von Prof. Dr. Claus Kiefer, Institut für Theoretische Physik der Universität zu Köln (Wikipedia):

….Dass die Zeitlosigkeit der Welt in das allgemeine Bewusstsein eintritt, ist auf absehbare Zeit (sic!) nicht zu erwarten. Sie wird aber in der Wissenschaft allmählich Fuß fassen und von da aus irgendwann in andere Bereiche ausstrahlen, mit Auswirkungen auf das menschliche Leben, welche die Auswirkungen des Übergangs vom ptolemäischen zum kopernikanischen Weltbild bei weitem übersteigen dürften. Wir wären dann wieder bei einem Weltbild angelangt, wie es schon Parmenides von Elea vor über 2000 Jahren propagiert hat – nur auf einer viel höheren Ebene….

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