Schwule wieder therapierbar ?

plakat_klPolitische Rechte bedient sich psychiatrischer Willkür-Diagnostik

„Die Republikaner in Texas haben beschlossen, in ihrem Parteiprogramm Therapien für Homosexuelle zu fordern. Die rund 7000 Delegierten ratifizierten bei ihrer jährlichen Versammlung in der Stadt Fort Worth einen entsprechenden Text. Gegner der Formulierung kamen nicht zu Wort. Ausgegangen war die Initiative vom Texas Eagle Forum, das der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung zugerechnet wird.
In ihrem Programm erkennt die republikanische Partei in Texas nun „die Legitimität und Effektivität der Beratung an, die wiedergutmachende Therapie und Behandlungen für jene Patienten anbietet, die nach einer Heilung und Ganzheit von ihrem homosexuellen Lebensstil streben“. Zitiert aus Tagesschau.de vom 8.6.

Aber auch in Deutschland gibt es die „Schwulenheiler“, wie in der Sendung Panorama vom NDR am 8.5. berichtet wurde.
Der ausführliche Bericht von „Panorama Reporter“ ist bei Youtube hier abrufbar.
Wie willkürlich der psychiatrische Diagnonsens ist, wird besonders daran deutlich, dass (ab Minute 7:35) Dr. Lieselotte Mahler, Psychiaterin aus der Charité, der Meinung ist: „In keinster Weise ist Homosexualität eine Erkrankung“
Während diese Psychiaterin jeden Heilungsversuch also nun für schädlich erklärt, waren sich bekanntlich die Psychiater weltweit bis in 1970er Jahre sicher, dass Homosexualität eine Geisteskrankheit sei.

Selbstverständlich sind alle psychiatrischen Diagnosen willkürlicher Unsinn, aber entsprechend ist es kein Wunder, dass Psychiater weltweit auch um dem speziellen Unsinn, Homosexualität sei eine „Krankheit“, munter weiter streiten, z.B.

  • hat Radio frs aus Stuttgart am 11.09.2008 dazu eine Sendung gemacht:
    Schwule sind geistesgestört? – Reparative Therapien und das DSM
    Zitat: „Den Vorsitz des DSM-V-Komitees, das den Eintrag „Geschlechtsidentitätsstörung“ überarbeiten soll, hat ein Herr mit Namen Kenneth Zucker. Kenneth Zucker meint: Homosexualität entwickelt sich als Folge einer Geschlechtsidentitätsstörung im Kindesalter und ist heilbar.
  • Und ganz aktuell berichtet am 23. Mai 2014 die ZEIT:
    Homosexualität – Die selbst ernannten Schwulenheiler treffen sich in Kassel“
    Zitat: „Kai Klose [Sprecher der Fraktion für Lesben- und Schwulenpolitik der Fraktion von Die Grünen im hessischen Landtag; Anm. WFZ] begrüßt die Haltung der Diakonie, seit Jahren macht er auf die Gefahren von Konversionstherapien aufmerksam – und steht dafür ebenfalls seit Jahren in der Kritik. Seine Position sei nicht wissenschaftlich, sondern weltanschaulich getrieben, schrieb jüngst ein Facharzt für Psychiatrie in einer Mail an ihn und den Weißes Kreuz e.V. Die Heilerfolge bei Homosexuellen seien gut, schreibt er, er würde außerdem die Wiedereinführung der „Störungsdiagnose Homosexualität“ in der Psychiatrie vorbereiten. [Hervorhebung: WFZ.]
    Dieser Arzt heißt Michael Schröter-Kunhardt und er steht zu seinem Wort. Wegen des „Meinungsterrors“ traue es sich niemand mehr zu sagen, aber die Fachwelt wisse: Homosexualität ist und bleibt eine Störung, mit der Sexsucht, Infektionskrankheiten und Pädophilie unvermeidlich einhergehen. Nicht Weltanschauung, sondern Fakten seien das, die er zusammengetragen hat auf über einhundert Seiten.
    Das Pamphlet stützt sich hauptsächlich auf Veröffentlichungen des Instituts der Kinderärztin Vonholdt und Studien aus den USA. Eher hobbymäßig beschäftige er sich mit dieser Störung, behandeln würde er Homosexuelle nicht, sondern sie an Fachleute verweisen – beispielsweise an den Wüstenstrom e.V.

Frau Dr. Lieselotte Mahlers kann also in der „Vortragsreihe Menschenrechte in der Psychiatrie“ am 26. August 2014 um 16:00 Uhr in der Charité zum Thema „Homosexualität als gesunde sexuelle Orientierung: die Wichtigkeit von Statements aus weltweiter Perspektive“ sehr gut auf diese widersprüchlichen Meinungen innerhalb der Psychiatrie hingewiesen werden. Darüber und über die Rolle der Psychiatrie als opportunistisch willfährige Ordnungsmacht herrschender Politik, kann also trefflich mit ihr diskutiert werden. Dazu rufen wir alle Interessierten auf, teil zu nehmen, Flyer hier

Fazit: Es war Thomas Szasz, der 2002 den Freiheitspreis der Irren-Offensive erhalten hat, der seit 1961 mit seinem Werk Geisteskrankheit ein moderner Mythos“ als erster darauf hingeweisen und begründet hat, warum psychiatrische Diagnosen im Allgemeinen und Homosexualität im Besondern bösartiger Unsinn sind. Dass ihm diese Ehre zuteil wird, das wird in diesen beiden sehr lesenswerten Essays gut begründet und erklärt:

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