Das Werner-Fuß-Zentrum ist eröffnet

Die Eröffnung des neuen Werner-Fuß-Zentrum haben wir am 10.9. gefeiert

Bilder siehe hier
Wegen der Corona-Auflagen konnten wir die Eröffnung des Werner-Fuß-Zentrum gegen Zwangspsychiatrie und CAPA, das Centre Against Psychiatric Assault nur mit zwei Jahren Verspätung feiern. Moderiert von Sylvia Zeller, deren Geschichte der Entwicklung der Psychiatriekritik wir letzte Woche veröffentlicht haben, gab es drei weitere Anlässe für dieses Fest:

42 Jahre  Irren-Offensive – die Festrede von Gert Postel: https://www.zwangspsychiatrie.de/die-festrede
Es ist mir eine Freude und Genugtuung, 17 Jahre nach meiner letzten Festrede zum 25 jährigen Jubiläum der Irren-Offensive eine Rede nun zum 42 Jubiläum halten zu dürfen. Was ich damals über die ersten 25 Jahre gesagt habe, kann man nachlesen [im Film anzusehen]. Ich will mich deshalb heute auf diese letzten 17 Jahre konzentrieren.  Auch wenn ich nicht aktiv dabei bin, sondern in Tübingen ein recht beschauliches Leben führe, habe ich beobachten können, welche Erfolge die Irren-Offensive in diesen 17 Jahren seit 2005 erzielen konnte. Als Leser des Rundbriefes des Werner-Fuß-Zentrums möchte ich fünf besondere Erfolge hervorheben, die meiner Erachtens die Zwangspsychiatrie ins Mark getroffen haben…..Lesen Sie mehr »

Zum ehrenden Gedenken an Thomas Szasz anlässlich dessen 10. Todestags: https://www.zwangspsychiatrie.de/zum-ehrenden-gedenken-an-thomas-szasz
Thomas Szasz wurde am 15. April 1920 in Budapest geboren. Er verstarb vor 10 Jahren am 8. September 2012. Thomas Szasz hatte mir das Du angeboten und so werde ich ihn deshalb im weiteren Tom nennen.. Tom war bis zu seinem Tod weltweit der bekannteste lebende Psychiater. In 66 Jahren hat er 744 Abhandlungen und 36 Bücher geschrieben, es gab also nahezu monatlich eine Veröffentlichung von ihm.
Dabei hat er so ziemlich jeden Aspekt des menschlichen Daseins beleuchtet. Ihm wurden über 50 Preise verleihen. Einen Preis muss ich erwähnen, 2002 bekam er den ersten Freiheitspreis der Irren-Offensive „for throwing light on the snakepit“ – also dafür, Licht in die Schlangengrube gebracht zu haben.

Als er gefragt wurde, worin er seine wichtigsten Beiträge gesehen hat, antwortet er: „Das sind nur zwei einfache Aussagen: Es gibt keine Geisteskrankheit. Und: Wenn Sie in einer psychiatrischen Klinik eingesperrt sind, sind Sie im Gefängnis. Sie werden nicht behandelt oder geheilt.“ Intellektuellen Tiefgang hat diese Aussage deshalb, weil sie die Biologisierung und Pathologisierung von Verhalten, das angeblich von krankhaften mentalen Zuständen verursacht sei, als logischen Fehler, als Kategorienfehler verwirft. Denn Wissen über Körper wird durch physikalische Beobachtungen, Messungen und mathematische Berechnungen erlangt. Wissen über den Geist wird durch sprachliche Kommunikation und die Interpretation von Bedeutungen erlangt, es ist abhängig von Interpretationen des Verhaltens und der Ausdrucksformen anderer Personen. Erklärungen über die Seele und Erklärungen über den Körper gehören zu grundsätzlich anderen Bereichen der Kommunikation und Erkenntnis. Folge dieser Erkenntnis ist, dass es kein psychiatrisches Wissen gibt.  Lesen Sie mehr »

Drei Freiheitspreise der Irren-Offensive für unsere drei besonders treuen Vertrauensanwälte https://www.zwangspsychiatrie.de/drei-neue-freiheitspreise-der-irren-offensive
Wir haben bisher drei Freiheitspreise verliehen. Den ersten 2002 an Thomas Szasz, den zweiten 2005 an Thomas Saschenbrecker und den dritten 2010 an Wolf-Dieter Narr. Leider sind alle drei inzwischen verstorben.
Aber da die Auseinandersetzung mit der Zwangspsychiatrie noch nicht zu Ende ist, sondern seit 2009 durch das Patientenverfügungsgesetz und die Behindertenrechtskonvention in eine neue Phase getreten ist, ist es höchste Zeit, unsere drei besonders treuen Vertrauensanwälte mit der goldenen Taschenlampe für subversive Rechtskunde als Dank für ihr parteiisches Eintreten aus zu zeichnen. Es ist zwar nur ein symbolischer Preis, aber er ist durch die bisherigen Preisträger doch schon zu etwas Besonderen geworden.

Wir hoffen, dass die Preise bei Eckart WähnerAlexander Paetow und David Schneider-Addae-Mensah zumindest als Briefbeschwerer dienlich sind. Nun der Reihe nach, wie lange wir schon zusammenarbeiten….
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