Nina Hagen: Verbrechen sind nicht per psychiatrischer Diagnose vorhersagbar

Anina-hagenuf Seite 17 groß aufgemacht befragte die Taz am letzten Samstag anlässlich des mutwillig herbeigeführten Absturzes der German Wing Maschine verschiedene Prominente, ob es zu wenig „Psychotherapie“ gäbe, in der Frage unterstellend, es habe etwas mit einer „Krankheit“ des Piloten zu tun gehabt.

Nina Hagen wird so zitiert und beschrieben:

Verbrechen sind nicht per psychiatrischer Diagnose vorhersagbar.
Geisteskrank? Psychotherapie? Ihre eigene Entscheidung!

Nina Hagen, Schirmfrau der PatVerfü, die sich für Patientenverfügungen gegen Psychiatrisierung einsetzt.

Damit ist zutreffend gesagt, worum es geht: Ein Verbrechen kann von einem Gesunden wie einem Kranken, mit oder ohne Drogen usw. begangen werden. Es ist eine moralische, eine rechtliche Frage, wie dieses Verbrechen zu beurteilen ist, aber es ist keine Frage eines Unfalls, der kausal erklärbar und damit vorhersagbar wäre. Stattdessen muss nach Gründen für das Verhalten des Piloten gesucht werden, weil es keine technisch vorherseh- und beseitigbare Ursachen gibt.

Davon logisch-kategorial völlig unabhängig ist die Frage, ob jemand sich dafür entscheidet, „Geisteskrank“ diagnostiziert werden zu können (weil er sich dagegen entschieden hat, eine PatVerfü zu haben), und Psychotherapie in Anspruch zu nehmen.

Schlagwörter: