Prozeß gegen Dennis Stephan wird zur Farce

Dennis_StephanIn der „Junge Welt“ wurde am 16.1. auf Seite 4 berichtet, wie der Prozess von Dennis Stephan weiter verlief, vollständig hier zu lesen: http://www.jungewelt.de/2014/01-16/058.php
Zitate:

Für die Polizei ganz normal
Prozeß gegen den Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan zeigt, wie schnell es zur zwangsweisen Einweisung in die Psychiatrie kommen kann
Von Gitte Düperthal

Der Prozeß gegen den Gießener Linken-Politiker Dennis Stephan wird immer mehr zur Farce. Der Tatvorwurf der Brandstiftung, die er angeblich in seiner Wohnung begangen haben soll, besteht vor allem aus haltlosen Gerüchten. Zudem scheint niemand zu wissen, woher diese eigentlich stammen. Auch die befragten Polizisten, die ihn deswegen festgenommen hatten, konnten am Dienstag bei der Verhandlung vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts in Gießen keine plausible Antwort geben….

Die Richterin, der Angeklagte, sein Anwalt – alle bemühen sich vergebens herauszufinden, wer eigentlich als erster eine Brandstiftung behauptet hatte. »Erst heißt es, es hat einen Schwelbrand gegeben, dann plötzlich eine Brandstiftung – ein himmelweiter Unterschied«, insistiert Anwalt Thomas Saschenbrecker. …

Der Prozeß ist eine entlarvende Lehrstunde darüber, was Polizisten für normal halten und was nicht – und was daher zur Zwangseinweisung in die Psychiatrie führen kann. …

»Bedrohlich und verwirrt« habe Stephan gewirkt, »einschüchternd durch seinen starren Blick«. Auf Nachfragen des Gutachters legte sie nach: Er habe weder die Fäuste geballt, noch sei er aggressiv gewesen, vielmehr habe er gar nicht reagiert. Das muß ihren Kollegen, Polizeioberkommissar Matthias Fett, bewogen haben, einen Reizgaseinsatz anzudrohen: »Wenn er nicht das macht, was wir wollen, würde ich Pfefferspray einsetzen, habe ich ihm gesagt«, erklärt er vor Gericht. Zu dem Zeitpunkt war Stephan noch enorm geschwächt, weil der ehemalige Bürgermeister von Fernwald, Dieter Howe, ihn am 20. Mai mit seinem Auto überfahren hatte (jW berichtete).
Fragen hierzu beantwortet Fett mit einer Gegenfrage: »Ist das mit dem Pfefferspray denn so wichtig?«. Es müsse doch nicht »alles immer zum Negativen sein«. Schließlich habe die Drohung auch »zu Stephans Schutz gedient, damit er nicht seine Krücke anwendet«. Auf Stephans Frage: »Wie haben Sie mich körperlich wahrgenommen?«, antwortet der Polizist: »gebrechlich«. Und auf die Erkundigung, was er hätte in dieser Situation richtig machen müssen, um nicht derart bedroht zu werden, antwortet Fett: »nicht da sein«. Unter den Prozeßbeobachtern entsteht Unruhe. »Das ist ja wie Kino hier«, ruft einer….

Anwalt Saschenbrecker empörte sich nach der Verhandlung gegenüber jW und meinte, daß die eigentlichen Brandstifter diejenigen seien, die seinen Mandanten mit Hilfe von Gerüchten zum Brandstifter erklären.

Der Prozeß wird fortgesetzt: Dienstag, 28. Januar, 8 bis 11.30 Uhr, anschließend Protestgang vom Landgericht zur psychiatrischen Vitos-Klinik

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