Zwangsbehandlungsgesetz: Experten aus der Praxis sehen keine Notwendigkeit

Nachdem  die Zwangsbehandlungs schon monatelang illegal und verboten  ist, äußern sich nun Experten aus der Praxis zu den Folgen und bestätigen damit das, was denen, die es wissen wollten, schon lange bekannt war, von Psychiaterverbänden, Politikern und Medien jedoch bis heute verschwiegen bzw. das Gegenteil als die Wahrheit dargestellt wird: der Verzicht auf einen brutalen Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Personen, wie ihn die psychiatrische Zwangsbehandlung darstellt, ergibt für die Betroffenen „keine nachteilige Situation“ und führt nicht zu den lauthals von Psychiaterverbänden, Politik und Medien herbeifantasierten Katastrophenzuständen.

Die folgenden Äußerungen stützen auch den heute von Dr. Martina Bunge, der gesundheitspolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, in einer Presseerklärung vorgetragenen Vorwurf, dass es weder für die Notwendigkeit von Zwangsbehandlungen noch die Eilbedürftigkeit einer gesetzlichen Regelung einer solchen irgend eine Form von wissenschaftlichen Belegen gibt.

In einem an die Bundesjustizministerin Sabine „Tarnkappenbomber“ Leutheusser-Schnarrenberger gerichteten und auf dem psychiatriekritischen Blog „Psychiatrie no go“ veröffentlichten Brief (UPDATE: der Brief wurde jetzt auch in Psychosoziale Umschau 01/2013 veröffentlicht) schreibt der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Klinikums Heidenheim, Dr. Martin Zinkler:

 „… In Heidenheim, einer Klinik, die für immerhin 135.000 Einwohner im Landkreis die Versorgungsverpflichtung übernimmt, also für freiwillige und zwangsweise in die Klinik gebrachte Patienten, mit 1200 Aufnahmen im Jahr hat sich durch die fehlende gesetzliche Grundlage zur Zwangsbehandlung keine nachteilige Situation ergeben – im Gegenteil: wir sagen unseren zwangsweise eingewiesenen Patienten, dass sie nicht gegen ihren Willen medikamentös behandelt werden, und das nimmt der Unterbringung schon einen Teil der Bedrohung …“

Auch der Vormundschaftsgerichtstag, der am  12. und 13. November in Erkner bei Berlin tagte, stellt in seiner Abschlusserklärung folgendes fest:

„..Das letzte halbe Jahr zeigt keine bedrohliche Entwicklung für Patienten in der Psychiatrie. Vielmehr hat sich gezeigt, dass andere therapeutische Wege zur Verfügung stehen und erfolgreich beschritten werden können…“

Wer von ähnlichen zitierfähigen Äußerungen weiß, die dem von Psychiatervereinigungen, Politikern und Medien verbreiteten Bild eines drohenden Notstandes, wenn es nicht bald zu einer Aufhebung des Verbots der Zwangsbehandlung kommt, widersprechen, der melde sich bitte bei uns über unser Kontaktformular.

 

 

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